![]() Ansicht des Schlosses Osterstein von Osten. Foto: Stiegler |
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03.11.06 Offizielle Pressetexte der Stadt Zwickau Diese Angaben sowie die Redekonzepte wurden den Berichterstattern am Ort des Geschehens in gedruckter Form ausgehändigt. Informationen zum Wiederaufbau des Schlosses Osterstein anlässlich der Grundsteinlegung für das Projekt „Wiederaufbau Schloss Osterstein“ am 03.11.2006, Inhaltsübersicht Das 19 Millionen Euro-Projekt hat begonnen Sanierung und geplante Nutzung Finanzierung, Spenden und Spendenkonten Historischer Überblick Reden ¦ Das 19 Millionen Euro-Projektzum Wiederaufbau des Zwickauer Renaissance-Schlosses hat begonnenZwickau, 3.11.2006, Die Arbeiten zur Sanierung und zum Wiederaufbau des Schlosses Osterstein in Zwickau haben begonnen. Mit der Grundsteinlegung für den Westflügel am heutigen Freitag wurde zugleich der vor kurzem erfolgte Baubeginn gewürdigt. Ihre Freude über die Arbeiten brachten in ihren Grußworten unter anderem der Oberbürgermeister der Stadt Zwickau, Dietmar Vettermann, sowie Investor Günter Papenburg zum Ausdruck. Bis Oktober 2008 soll auf dem Areal des bedeutenden Renaissanceschlosses ein modernes Seniorenpflegeheim mit unterschiedlichsten Servicemodulen entstehen. Die Investsumme für eines der größten Bauprojekte in Zwickau beträgt insgesamt gut 19 Millionen Euro. Fast 9,7 Millionen davon trägt der private Investor, die Projektgesellschaft Schloss Osterstein GmbH & Co. KG, die damit auch für den Bau und die Sanierung verantwortlich zeichnet. Ca. 9 Millionen steuert die öffentliche Hand zu dem spektakulären Projekt bei. Den Löwenanteil - 80 Prozent - dieser Summe machen die Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aus. Gefördert werden Sanierung und Wiederaufbau des weiteren durch den Freistaat Sachsen sowie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Die verbleibenden etwa 380.000 Euro sollen durch Spenden der gemeinnützigen Vereine „Förderverein Schloss Osterstein Zwickau e.V.“ und „Verein zur Förderung der Altenhilfe in der Stadt Zwickau e.V.“ aufgebracht werden. Das Schloss Osterstein, dessen Wurzeln in das 12. und 13. Jahrhundert zurück reichen, stammt in seiner heutigen Gestalt im wesentlichen aus dem 16. Jahrhundert. Es gehört damit zu einem der bedeutendsten Renaissanceschlösser in ganz Sachsen. Während seiner wechselvollen Geschichte waren unter anderem auch Martin Luther oder August der Starke in ihm zu Gast. Zu den Insassen der späteren Straf- und Gefangenenanstalt, der fast 190 Jahre dauernden Nutzung des Bauwerkes, gehörten beispielsweise August Bebel und Karl May. Als Seniorenpflegeheim enthält das Ensemble in Zukunft sowohl Wohnungen für Senioren und Pflegedienstleistungen als auch Beratungsangebote und Arztpraxen. Mit den gastronomischen Einrichtungen, den Veranstaltungsräumen und den kulturellen Einrichtungen soll zudem ein Bauwerk von Generationen für Generationen im Herzen der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt Zwickau geschaffen werden. Betreiber der Einrichtung wird die städtische Senioren- und Seniorenpflegeheim gGmbH sein. Daten und Fakten ¦ Sanierung und geplante NutzungNord- und Südflügel des Schlosses können dank der um die Jahrtausendwende erfolgten Notsicherung weitgehend im Original erhalten werden. Der Ostflügel entsteht neu. Die erhaltbaren und erhaltenswerten Bauteile des Westflügels werden in Abstimmung mit den Denkmalbehörden saniert und in den neuen Baukörper integriert, der der ursprünglichen Kubatur nachempfunden ist. Die Bau- und Sanierungsarbeiten sollen bis Oktober 2008 abgeschlossen sein. Es erfolgt der Ausbau zum Seniorenpflegeheim mit den unterschiedlichsten Dienstleistungsmodulen: Wohnen für Senioren, Pflegedienstleistungen, Wohnen und Begleiten, Beratung und Service, Arztpraxen, Gastronomie, Veranstaltungsräume und kulturelle Angebote. Der besondere Reiz entsteht nicht zuletzt aus der Kombination von Zentrumsnähe einerseits sowie Ruhe und Attraktivität andererseits. Letztere wird nicht zuletzt durch den nahezu zeitgleich erfolgenden Ausbau der B 93 („Tunnel“) und der damit einhergehenden attraktiven Freiflächengestaltung gefördert. ¦ Finanzierung Investitionssumme: 19.073.698 Euro private Finanzierung: 9.692.428 Euro öffentliche Förderung (gesamt): 9.381.270 Euro davon: - Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ (80 %) - Eigenanteil (20%) getragen von: Zuwendung des Freistaates Sachsen, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Spenden von „Förderverein Schloss Osterstein Zwickau e.V.“ und „Verein zur Förderung der Altenhilfe in der Stadt Zwickau e.V.“ ¦ SpendenEin Privatinvestor im Bunde mit einem kompetenten Betreiber, Fördermittel des Bund-Länder-Programmes Städtebaulicher Denkmalschutz und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ermöglichen zum größten Teil die Sanierung und den Wiederaufbau eines der wichtigsten Bauwerke Zwickaus. Noch verbleibt eine Restsumme, die auch die Stadt derzeit nicht beisteuern kann. Mittels Spenden soll dieser verbleibende Anteil in Höhe von ca. 380.000 Euro gedeckt werden: Spendenkonto National Deutsche Stiftung Denkmalschutz Commerzbank Bonn Konto 305 555 506, BLZ 380 400 07 Verwendungszweck: W1000760 Osterstein Spendenkonten Zwickau Sparkasse Zwickau Konto 22 42 02 42 40, BLZ 870 550 00 Verwendungszweck: Spenden Schloss Osterstein HypoVereinsbank Zwickau Konto 604 932 670, BLZ 860 208 80 Verwendungszweck: Spenden Schloss Osterstein Volksbank Zwickau eG Konto 0 100 016 060, BLZ 870 959 34 Verwendungszweck: Spenden Schloss Osterstein ¦ Historischer ÜberblickEnde 12./Anfang 13. Jahrhundert Vermutliche Errichtung einer leicht befestigten Burganlage 1292 Erstmals wird ein Castrum Czwickaw urkundlich erwähnt. 13./14. Jahrhundert – Ausbau zur markgräflichen Burg 1403 Starke Beschädigungen beim Stadtbrand 1404 bis 1407 – unter Markgraf Wilhelm I. wird die Burg als besser befestigte Anlage errichtet 16. Jahrhundert – Für die Zwickauer Burg wird der Name Schloss Osterstein gebräuchlich. 1522 Martin Luther predigt auf dem Schloss 1530 bis 1534 – Sitz der kurfürstlichen Münze 1587 bis 1590 – Abriss des zweiten Baus und Errichtung eines Renaissanceschlosses unter Kurfürst August I. und Christian I. 1632 – Während der schwedischen Belagerung im Dreißigjährigen Krieg wird das Schloss stark beschädigt, so dass es 30 Jahre unbewohnt blieb. Nach 1770 – Um- und Einbauten für den Zweck der Nutzung als Gefangenenanstalt. 1775 bis 1962 – Straf- bzw. Gefangenenanstalt mit unterschiedlichem Charakter 1860 bis 1864 – Bau des Zellenhauses in Kreuzform 1933 – Kurze Zeit Nutzung als Schutzhaftlager (KZ), danach Zuchthaus 1962 – Schließung der Strafvollzugsanstalt Ab 1963 – Pläne zur multifunktionalen Nutzung als Kulturzentrum, Gaststättenkomplex und für wirtschaftliche Einrichtungen wurden nicht realisiert Sicherungsmaßnahmen an verschiedenen Gebäudeteilen Nutzung des Schlosskomplexes für verschiedenartige Einrichtungen: Sprachheilschule, Lager des DRK und des HBK, Sitz der PGH Elektrizitätsanlagenbau, GHG Nahrung und Genuss, SGB Schuhe und Lederwaren u. a. Nach 1989 – Bemühungen um die Schloss-Sanierung mit verschiedenen Eigentümerwechseln und Plänen, die vom Hotel über einen Kinokomplex bis zum Seniorenheim reichten Mitte der 1990er Jahre – Abriss des Zellenhauses Archäologische Untersuchungen, die weiteren Aufschluss zur Schlossgeschichte und zur Entstehung Zwickaus gaben. Grundsteinlegung Schloss Osterstein Redebeitrag Oberbürgermeister Vettermann- Es gilt das gesprochene Wort! – Entwurf der Ansprache zur Grundsteinlegung Sehr geehrte Herren Papenburg, verehrte Frau Hardekopf, sehr geehrte Verantwortungsträger des Investors, sehr geehrter Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Sächsischen Landtages, sehr geehrter Herr Regierungspräsident Noltze, verehrte Mitglieder des Stadtrates, sehr geehrte Vorsitzende und Mitglieder der Fördervereine, verehrte Freunde und Förderer des Schlosses Osterstein, meine Damen und Herren, diese ersten Novembertage des Jahres 2006 haben es in sich. Heute findet nach schier endlos scheinenden Jahren des Hoffens und Bangens hier an unserem Schloss Osterstein die Grundsteinlegung statt und schon am 8.11.06 können wir uns – ebenfalls zur Grundsteinlegung - am unmittelbar angrenzenden B-93-Tunnel versammeln. In den derzeitigen schwierigen finanz- und kommunalpolitischen Zeiten, in denen wir uns befinden, ist dass eine sehr große Freude. Zwei gewaltige Investitionen wollen unübersehbar den Zwickauern und ihren Gästen zeigen, was möglich ist und wird, wenn sich alle Beteiligten einig sind. Ich habe mit diesen Worten begonnen, weil viele Zwickauerinnen und Zwickauer nicht mehr an den Beginn der Umgestaltung des nordwestlichen Randes unseres Stadtzentrums geglaubt haben. Ein langer Fahrzeugstau direkt neben dem Schloss Osterstein in einem erbarmungswürdigen Zustand – das war der Eindruck Tausender Autofahrer in den letzten Jahren an dieser Stelle. Nun soll Beides in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören. Das lässt einem schon froh ums Herz sein. Deshalb verbinde auch ich die Freude am heutigen Tag mit dem Dank an alle die, die dazu beigetragen haben, dass wir zu diesem Anlass heute hier sein können. Zuerst gebührt natürlich der Dank Ihnen Herrn Günther Papenburg und den Mitgliedern der Investorengemeinschaft. Seit Anfang der 1990-er Jahre hatte es schon etliche Versuche um den Wiederaufbau von Schloss Osterstein gegeben. Keiner dieser Versuche war erfolgreich. Den Mut und die Bereitschaft sich mit Ihrem privaten Vermögen für das Wiedererstehen dieses herrlichen Ensembles einzusetzen, verehrte Investoren, können wir als Stadt Zwickau deshalb nicht hoch genug würdigen. Wir danken auch dem Freistaat Sachsen für die hervorragende Unterstützung, dieses Denkmal nicht nur zu sanieren, sondern es nachhaltig für die Zukunft zu rüsten. Wegen der herausragenden städtebaulichen Rolle und der baugeschichtlichen Wertigkeit, haben uns alle Gliederungen der Sächsischen Staatsverwaltung großartig unterstützt. Herr Staatsminister Dr. Buttolo und auf seine Empfehlung hin sogar unser Ministerpräsident Prof. Dr. Milbradt haben sich vor Ort ein Bild davon gemacht, dass es Sinn macht, mit staatlichem Geld die geplante private Investition zu unterstützen. Dafür sind wir Ihnen zu großem Dank verpflichtet. Bitte nehmen sie diesen Dank auch mit nach Dresden zu all denen, die uns so toll geholfen haben. Auch in Herrn Regierungspräsident Noltze haben wir eine nicht selbstverständliche Unterstützung gefunden. Nicht immer in den letzten Monaten haben die Stadt Zwickau und Ihr Haus so an derselben Seite des Stranges gezogen wie bei diesem Projekt. Wir wissen darum, dass auch Sie immer wieder den Bedenkenträgern und Skeptikern geholfen haben, sich doch noch für diesen Bau zu erwärmen. Ich bin froh, dass die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz unsere Stadt nun schon zum wiederholten Maße bei der Mittelbereitstellung unterstützt. Herzlichen Dank auch dafür. In ganz besonderem Maße habe ich jedoch heute den beiden beteiligten Vereinen zu danken. Da ist zum einen der „Verein zur Förderung der Altenhilfe in der Stadt Zwickau e.V.“, heute vertreten durch seinen Vorsitzenden, Herrn Lothar Ebersbach, zu nennen. Dieser Verein, bestehend aus 11 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern, betreibt mit seiner Arbeit die Förderung der Altenhilfe durch strukturelle und materielle Unterstützung. Er existiert schon seit 1995 und trug in seiner bisherigen Tätigkeit schon ca. 40.000 € zur Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen in den Heimen der Senioren- und Seniorenpflegeheim gGmbH Zwickau zusammen. Genauso möchte sich der „Förderverein Schloss Osterstein e.V.“, der durch seinen Vorsitzenden, Herrn Prof. Dr. Jürgen Härdler, vertreten ist, in den vor uns stehenden Wiederaufbau einbringen. Dieser Verein hat inzwischen über 70 Mitglieder und existiert seit 2000. Er hat sich zum Ziel gesetzt, das Neuerstehen des Schlosses und des benachbarten Kornhauses fördernd zu begleiten. Mit dem geplanten Erbringen der Spendenmittel wollen beide Vereine zeigen, dass auch in Zeiten knapper öffentlicher Kassen, bürgerschaftliches Engagement Berge versetzen kann. Schon heute wünsche ich ihrem Vorhaben großen Erfolg und darf mich schon jetzt bei Ihren Mitgliedern und Förderern für den Einsatz bedanken. Da ich weiß, dass bis heute schon eine fünfstellige Spendensumme aufgebracht wurde, möchte ich namens der Stadt Zwickau hier von dieser Stelle all den Spenderinnen und Spendern danken, die mit kleinen oder auch größeren Summen dieses Vorhaben in so mustergültiger Weise unterstützen. Und ich möchte auch weiteren Bürgern und Unternehmen dieses Anliegen nochmals wärmstens ans Herz legen. Schloss Osterstein bedarf noch etlicher gebender Hände. All die bisher genannten Freunde und Förderer konnten sich in den zurückliegenden Monaten auch darauf verlassen, dass die Vertreter aller im Zwickauer Stadtrat vertretenen Fraktionen dieses Mühen würdigten, indem auch sie mit ihren Beschlüssen dazu beitrugen, dass Werk nun endlich beginnen zu können. Ich möchte mich deshalb bei Ihnen, meine sehr verehrten Repräsentanten der im Stadtrat vertretenen Fraktionen, für ihre heutige, auch symbolisch zu wertende, Anwesenheit und auch die bisherige fördernde Begleitung im Namen aller am Projekt Beteiligten bedanken. Dies können wir alle als Mut machendes Beispiel dafür nehmen, dass, wenn es um Zwickaus Wohl geht, trotz manch unterschiedlicher Bewertung auch heute noch Gemeinsamkeiten möglich sind. Den wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Nachhaltigkeit des Schlosses Osterstein sichert uns die mehrheitlich städtische Senioren- und Seniorenpflegeheim gGmbH Zwickau, vertreten durch ihren Geschäftsführer, Herrn Uwe Köhler, indem mit ihr ein bewährter und kompetenter Betreiber für das Objekt Seniorenpflegeheim Osterstein gefunden werden konnte. Die SSH betreibt schon 4 Senioren- und Seniorenpflegeheime, 3 Wohneinrichtungen für behinderte Menschen und das Pflegeleitzentrum für Menschen im Wachkoma in unserer Stadt und hat sich durch ihre Arbeit einen guten Ruf im Freistaat Sachsen erarbeitet. Über die Zukunftsfähigkeit des vorgesehenen Nutzungskonzeptes konnte Sie ja bereits Herr Prof. Schlüter in Kenntnissetzen. Meine sehr verehrte Damen und Herren, als wir am 10.Mai zur Auftaktpressekonferenz hier in der Schlossstube saßen, waren einige der Anwesenden immer noch skeptisch. Auch beim unmittelbar darauf folgenden Tag der offenen Baustelle meinten noch etliche Gäste, dass es schon schön wäre, wenn das Geplante Wirklichkeit würde, aber ob es auch wirklich so käme? Am gemäß der ausgehandelten Sanierungs- und Modernisierungsvereinbarung letztmöglichen Tag, am 31.August dieses Jahres konnte ich gegenüber der Projektgesellschaft erklären, dass alle aufschiebenden Bedingungen erledigt seien und dem Bau nichts mehr im Wege steht. Sofort darauf begann nach den schon erledigten Bauvorbereitungen die Bautätigkeit. Schon zum Tag des offenen Denkmals am 10.September war der gerade angelieferte Kran zu sehen und Tausende kamen, um das letzte Mal vor Baubeginn am Westflügel das Areal zu besichtigen. Nun also ist es unübersehbar losgegangen. Die Projektgesellschaft Schloss Osterstein und die GP Schuppertbau haben uns gezeigt, dass sie – wie gewohnt - Wort halten. Die nicht erhaltbaren Teile des Westflügels sind inzwischen sorgsam abgetragen worden und die denkmalpflegerische wertvollste Substanz dieses Gebäudeteiles wartet gesichert auf das neue sie einbettende Mauerwerk. Durch die nun beginnende Vollunterkellerung des Westflügels ist es zudem möglich geworden, den Keller des Nordflügels wie geplant als öffentlichen Gaststättenbereich auszubauen. Auch die Schlossstube hier im Nordflügel lässt schon ein wenig deutlicher als noch im Mai ahnen, wie schön sie einmal wird. Nachträgliche Einbauten sind schon entfernt und die Gewölbe gesichert und verpresst. Es macht mir als Mann vom Bau schon Spaß, dies miterleben zu können. Meine sehr verehrten Festgäste, ein froh gestimmter Oberbürgermeister wünscht dem Schloss Osterstein aus Anlass der heutigen Grundsteinlegung gutes Gedeihen sowie der Projektgesellschaft Schloss Osterstein GmbH und Co. KG und allen Bauschaffenden gutes und unfallfreies Gelingen. Rede von Prof. Dr. Wilfried Schlüter„Schloss Osterstein –ein zukunftsorientiertes Dienstleistungszentrum im Herzen Zwickaus“ - Es gilt das gesprochene Wort! - Meine sehr geehrten Damen und Herren, mit der Rekonstruktion und des Neubaus von Schloss Osterstein bekommt Zwickau einerseits ein städtebauliches Juwel, andererseits ein zukunftsorientiertes soziales Dienstleistungszentrum im Herzen der Stadt. Mit „Schloss Osterstein“ bietet sich die einmalige Gelegenheit, im Zentrum Zwickaus in einem historisch wertvollen Gebäude ein vernetztes, soziales und pflegerisches Dienstleistungszentrum zu betreiben, dessen strategische Ausrichtung sich neben den traditionellen, bewährten Angeboten insbesondere durch neue und innovative Verbundlösungen im Gesundheits- und Pflegebereich auszeichnet. Dieses Komplettangebot eröffnet für den Nutzer ein weitestgehend flexibles, abgestuftes Angebot an Unterstützung und Hilfe. Die Palette der Wohn- und Servicedienstleistungen ist vielfältig und reicht vom Wohnen und Pflegen Plus über das Wohnen in Hausgemeinschaften für verschiedene Zielgruppen und der Palliativpflege bis zu teilstationären Angeboten wie der Tages- und der Krankenhausnachsorge. Dabei wird insbesondere auf eine Vernetzung der angebotenen Dienstleistungen je nach Bedarf der Kunden Wert gelegt. Durch die Integration von medizinischen, rehabilitativen, Wellness- und gastronomischen Dienstleistungen eröffnet das Schloss Osterstein den Zwickauern Bürgern einen Treffpunkt der Begegnung der Generationen. Lassen Sie mich an zwei Beispielen die inhaltliche Konzeption kurz skizzieren: 1. Service Wohnen (Wohnen und Pflegen plus) Das Erleben gesundheitlicher Einschränkungen und der Verlagerung der Leistungsfähigkeit oder der Verlust des Lebenspartners lassen das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit und den Wunsch nach einem Leben in größtmöglicher Normalität stärker werden. Das Älterwerden soll keine unerwünschten Einschränkungen des gewohnten Lebens mit sich bringen. Wer in das Dienstleistungszentrum Schloss Osterstein einzieht, findet einen hohen Wohnstandard, alle Möglichkeiten individueller Lebensgestaltung und gleichzeitig ein Gemeinschaftsleben mit vielfältigen Anregungen sowie die Sicherheit, im Falle der Erkrankung oder dauernden Hilfebedürftigkeit im Haus versorgt zu sein. Dieses Angebot kann bei Eintreten von Pflegebedürftigkeit um professionelle Serviceleistungen aus dem hauswirtschaftlichen oder pflegerischen Bereich erweitert werden, so dass ein Wohnen in den „eigenen vier Wänden“ ermöglicht wird. Die kompetente Begleitung, Betreuung und Pflege wird durch Fachpersonal umgesetzt. Durch ein hausinternes Notrufsystem kann jederzeit professionelle Hilfe gerufen werden. Auf Wunsch besteht die Möglichkeit, mit anderen Bewohnern bzw. Mietern einzelne Mahlzeiten gemeinsam einzunehmen oder sich diese durch einen „Zimmerservice“ servieren zu lassen. Verschiedene Möglichkeiten der kulturellen Beschäftigung, diverse Freizeitangebote, organisierte Reisen und Ausflüge ergänzen dieses Angebot und können gegen Entgelt in Anspruch genommen werden. Innerhalb des Hauses steht den Kunden eine Vielzahl weiterer kostenpflichtiger Dienstleistungsangebote – z. B. aus den Bereichen Kosmetik, Frisör oder Wellness – zur Verfügung. 2. Wohnen und Pflege in Hausgemeinschaften Für die dauerhaft in Schloss Osterstein wohnenden alten, behinderten und pflegebedürftigen Menschen sollte sich die konzeptionelle Ausrichtung an kleinen und wohnlichen Organisationseinheiten orientieren, die eine Bezugspersonenpflege durch die Mitarbeiter ermöglichen. In der Gerontologie und den Pflegewissenschaften wird das Modell der Hausgemeinschaften als konzeptueller Ansatz favorisiert. Eine Hausgemeinschaft ist eine räumliche und organisatorische Einheit, in der in der Regel zwischen acht und zwölf Personen leben. Den Mittelpunkt einer Einheit bilden die Gemeinschaft und ihre gemeinsamen Alltagsaktivitäten, wobei der Schwerpunkt auf der Bewältigung der hauswirtschaftlichen Aufgaben liegt. Die Organisation des Haushaltes und die unmittelbare Begleitung und Betreuung der Bewohner obliegt einer Präsenzkraft oder einer Alltagsmanagerin. Diese sind gleichzeitig die Bezugsperson für die Bewohner. Das Ziel einer Hausgemeinschaft liegt in der Schaffung von mehr Häuslichkeit und Normalität sowie einer ruhigen und überschaubaren Lebensumwelt. Durch die gemeinsame Bewältigung des Alltags erleben die Bewohner einen hohen Grad an Selbstständigkeit und damit mehr Lebensqualität. Damit verbunden kann die Selbstpflegekompetenz erhalten werden, was sich längerfristig auf die Hinauszögerung der Pflegebedürftigkeit auswirken kann. Ein weiteres Ziel ist die Erhöhung der Kommunikation und die Förderung von Kontakten zwischen den Bewohnern. Das Leben in der Hausgemeinschaft fördert Schutz, Annahme, Beziehungsfähigkeit und Entfaltung der Persönlichkeit. 3. Ausblick Das Dienstleistungszentrum Schloss Osterstein ist ein Netzwerk für zukunftsorientierte Versorgung, wo eine fachliche und räumliche Vernetzung verschiedener Schwerpunkte vorhanden ist. Das Nebeneinander und die sich verschränkenden unterschiedlichen Teilbereiche, die räumliche Nähe und das ideale Zusammenspiel unter einem gemeinsamen Dach gewährleisten ein intensives Miteinander und eine gemeinsame Ausrichtung zum Wohle der Kunden. Eine enge, kooperative Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus, den niedergelassenen Ärzten und den ambulanten Diensten wird im Sinne einer synergetischen Allianz angestrebt. Durch die Öffnung des Dienstleistungszentrums „Schloss Osterstein“ für niedrigschwellige Angebote sowohl für Jung und Alt fördert es den intergenerativen Dialog und Austausch. Die Einbeziehung der Wohnbevölkerung im Stadtzentrum von Zwickau ist durch Angebote der Gastronomie, der Beratung und der Fremdvermietung sowie durch die Einrichtung von Themenmärkten gegeben. Lassen Sie uns gemeinsam an der erfolgreichen Umsetzung dieses Zukunftskonzeptes arbeiten, hierzu Bedarf es neben der Professionalität durch den Betreiber, der Senioren- und Seniorenpflegeheim gGmbH Zwickau, auch der politischen Unterstützung. Prof. Dr. Wilfried Schlüter European Association For Directors Of Residential Care Homes For The Elderly Europäischer Heimleiterverband Präsident Feldstraße 25a, D-26180 Rastede Telefon: +49 4402 81787 Telefax: +49 4402 81055 eMail: wilfried.schlueter@mail.uni-oldenburg.de European Association For Directors Of Residential Care Homes For The Elderly Prof. Dr. W. Schlüter Offizieller Text des Regierungspräsidiums vom 3.11.2006 RP Chemnitz begleitet Schloss Osterstein bis zur BaureifeZwickau, am 3.11.2006 - Projekt setzt Meilenstein für die weitere städtebauliche Entwicklung Zwickaus und kann nunmehr realisiert werden Mit der heutigen Grundsteinlegung für die Sanierung und Umnutzung des Schlosses Osterstein zum Altenpflegeheim wird heute ein Meilenstein in der städtebaulichen Entwicklung Zwickaus gesetzt. Das Regierungspräsidium Chemnitz hat dieses Projekt bereits seit dem Jahre 2001 bis zum heutigen Baubeginn auf ganz unterschiedlichen Ebenen intensiv begleitet. Regierungspräsident Karl Noltze unterstrich diese Tatsache anlässlich der heutigen Grundsteinlegung und lobte den Mut und die Beharrlichkeit aller Beteiligter: „Es bedurfte vieler Köpfe, es bedurfte couragierter Kommunalpolitik und ebenso couragierter privater Investoren, um mit dieser Grundsteinlegung den ersten Schritt zu tun, um Schloss Osterstein wieder zu einem urbanen Ort zu machen. Doch dank der Beharrlichkeit und dem Willen aller Beteiligter diesem Projekt unbedingt zum Erfolg zu verhelfen, waren wir sehr erfolgreich, wie der heutige Tag zeigt. Meinem Haus fiel neben der förderseitigen auch die Aufgabe der koordinierenden Begleitung des Projektes sowohl zwischen Stadt, Investor und Landesregierung als auch zwischen rechtsaufsichtlichen, heimaufsichtlichen und denkmalpflegerischen Belangen zu.“ Das Regierungspräsidium Chemnitz konnte in seiner Funktion als Rechtsaufsichtsbehörde und in Anbetracht der städtischen Finanzlage eine Stützung des Zwickauer Eigenanteils durch zusätzliche Landesmittel erwirken. Dem entsprechenden Förderantrag der Stadt Zwickau über eine Fördersumme von ca. 1,3 Mio. € stimmte das Sächsische Staatsministerium des Innern zu. In enger Abstimmung mit den Bewilligungsstellen Sächsische Aufbaubank und Regierungspräsidium Chemnitz wurde damit einvernehmlich die förderrechtliche Grundlage zur Durchführung der Maßnahme „Umbau und Sanierung Schloss Osterstein“ geschaffen. Dabei sollen die baufachlich seitens der Oberfinanzdirektion geprüften Gesamtaufwendungen des Eigentümers in Höhe von 18,67 Mio. € auf der Grundlage einer Vereinbarung zwischen der Stadt Zwickau und dem Eigentümer mit einem Betrag in Höhe von 9.381.300 € gefördert werden. Davon werden im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Städtebaulicher Denkmalschutz“ Finanzhilfen in Höhe von ca. 7,5 Mio. € durch die Sächsische Aufbaubank bereit gestellt. Der verbleibende städtische Eigenanteil wird durch o.g. Bewilligung des Regierungspräsidiums Chemnitz mit einem Betrag in Höhe von ca. 1,3 Mio. € gestützt. Die restlichen Eigenanteile der Stadt Zwickau sollen durch Finanzmittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Höhe von 150.000 € sowie Spenden gemeinnütziger Vereine in Höhe von noch einmal ca. 375.000 € aufgebracht werden. Olaf Weiß - Regierungspräsidium Chemnitz Pressesprecher Schloss Osterstein soll nun Altersheim werdenOffizieller Text der Pressestelle der Stadt Zwickau Projektgesellschaft und Stadt machen ernst: Große neue
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