Das Rathaus und Stadtwappen von Zwickau

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Das Rathaus der Stadt wurde 1403 nach dem großen Stadtbrand neue erbaut, seine heutige Fassade erhielt das Rathaus im 19. Jahrhundert.

Die Jakobskapelle wurde von 1473 bis 1477 durch Arnold von Westfalen an der Westseite des Rathauses angebaut. Sie dient heute als Empfangsraum für den Oberbürgermeister.

Zwickauer Rathaus nach 1403 völlig neu aufgebaut

Das Stadtwappen der Stadt Zwickau über dem Portal des Rathauses enthält seit dem 15. Jahrhundert zwei mal drei Schwäne, den Kurfürstenhut, sieben Fähnchen für die Kurfürstentürmer, einen Moren, dem man verschiedene Sagen nachdichtet und Stechhelme und nicht zuletzt drei verschiedene Stadttürme. Das Rathaus der Robert-Schumann-Stadt Zwickau nimmt 54 Meter langen Fassade die Südseite des Zwickauer Hauptmarktes ein. 1403 nach dem großen Stadtbrand von Zwickau neu erbaut, ist von der ursprünglichen Gestalt des Rathauses nicht mehr viel übrig. Alte Darstellungen zeigen den Bau mit einem achtseitgen Turm verziert. Bürgermeister Erasmus Stüler ließ die Fassade zwischen 1497 und 1521 mit überlebensgroßen Figuren einer mythologischen Darstellung, die er selber ersonnen hatte, verzieren. Seiner Intention nach wurde die Stadt von einem Recken, Cygenius, gegründet. Der war nach Stülers Fabulierung ein Nachfahre des antiken Helden Herkules. Bis 1679 soll die Bemalung der Fassade das Haus verziert haben. Das heutige neogotische Aussehen erhielt das Zwickauer Rathaus erst im 18.Jahrhundert. Zwischen 1866 und ´67 entstanden Zinnenkranz und Ecktürme an der Marktfront, wie sie heute noch zu sehen sind. Die verschiedenen Bauphasen werden dem Besucher deutlich, wenn er das Haus betritt. Ein schwülstiges Foyer bestimmt sei den dreißiger Jahren den Raum hinter der Pforte. Zwischen den Gebäudeteilen müssen immer wieder Höhensprünge durch Stufen ausgeglichen werden. In jüngster Zeit entstandene Pläne, sehen als eine Variante vor, außer den historisch wertvollen Teilen, das Haus hinter der Fassade abzubrechen und als modernes Dienstleistungszentrum völlig neu zu gestalten. Auch schon früher wurde das Erdgeschoss genutzt. Fleischbänke und anderer Handel fanden dort statt. Rüstkammer und Gerichtsstube, Kerker und Marterkammern werden beschrieben. Der anerkannt älteste Teil des Rathauses, wohl außer dem Grundmauern und Gewölben unter dem Rathaus, ist die Jakobskapelle. Diese wurde von 1473 bis 1477 durch Arnold von Westfalen erbaut. Das Geld stammte aus einer Stiftung des fürstlichen Landrentenmeisters Johann von Mergenthal. Bis zur Reformation wurden in der Ratskapelle die Gottesdienste für die Ratsherren abgehalten. Der Raum wird durch ein Kreuzrippengewölbe bestimmt. Ein erkerartiger Vorbau, um 1540 durch den Steinmetzmeister Paul Speck angefügt, bestimmt noch heute das Erscheinungsbild des Rathauses nach der Gewandhausstraße im Osten des Gebäudes. Nach 1615 wurde das Kreuzgewölbe ausgemalt. Nach 1537 diente der Raum als Trinkstube für die Stadtgewaltigen. Auch die Papiere des Rates wurden zeitweise dort archiviert. Zeitweise diente der repräsentative Raum auch als Amtszimmer des Oberbürgermeisters. Der berühmte Maler Max Pechstein, Mitglied des Künstlervereins "Die Brücke", beschreibt, wie er in dem Zimmer als junger Dekorationsmaler den damaligen Oberbürgermeister Karl Keil um ein Stipendium gebeten hat. Von 1945 bis 1964 wurde der Raum auch wieder als Ratssitzungssaal genutzt. Heute ist die Jakobskapelle Empfangraum für den Oberbürgermeister. Seitenflügel des Rathauses wurden erst Ende des 19. Jahrhunderts angebaut.
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