Automobilmuseum in einzigartiger Konfiguration
Zwickau (sti). August Horch stellte 1904 in der Stadt Zwickau entscheidende Weichen für die Zukunft:
Mit der Gründung der Horch-Werke hat der Automobilpionier die Zeit des industriellen Fortschritts
an der Mulde beschleunigt und in eine neue Richtung gelenkt. Horchautos und die
Gründung der Weltmarke Audi wurden von August Horch direkt auf den Weg gebracht.
 Horch Phaeton aus dem Jahr 1911
Der Bau von frontgetriebenen Kleinwagen mit Zweitaktmotor seit 1932 neben den großen
Autos der Repräsentationsmarken in der damals gegründeten Auto Union gehört ebenso
zu den großen Kapiteln der Zwickauer Automobilgeschichte, wie die erfolgreichen Silberpfeile
in den dreißiger Jahren der Rennsportgeschichte in Zwickau.
 Der H3A war der Neuanfang im Lkw-Bau nach dem Krieg. Links im Bild Werner Lang, langjähriger
Technischer Direktor bei Horch und bei Sachsenring
Auch die IFA-Jahre mit dem Neuanfang nach dem Krieg, Pionier-Traktoren und das letzte Repräsentationsauto
"Sachsenring" und schließlich über 30 Jahre Trabantproduktion gehören zum Zwickauer
Automobilbau. Seit 2000 ist Rudolf Vollnhals Geschäftsführer der
Automobilmuseum "August Horch" Gesellschaft, die seit Januar die
Automobilausstellung an der Walther-Rathenau-Straße in Zwickau übernommen hat. Der
Audi-Manager hat damit ein gutes Stück Verantwortung für die Traditionspflege
über die inzwischen wichtigste Säule der westsächsischen Industrie übernommen.
Vollnhals sieht die Gesamtheit: "Alle Entwicklungsetappen und -zweige müssen sich
in einer künftigen Ausstellung widerspiegeln." Das sei der Ansatz.
Sonst ist alles offen. Die Audi AG in Ingolstadt stand damals mit 13 Millionen Mark für das Museum an der Stelle, wo die Geschichte
von Audi 1909/10 begann, ein. Damit galt es zunächst die historische Substanz des
Museums zu sichern und zu sanieren. Nicht denkmalgeschützte Gebäude standen auch zum Abbruch.
Dagegen sind die Villa von August Horch und seine Arbeitsräume im ehemaligen
Audi-Gebäude für die Ausstellung gesetzte Größen. Für die gesamte Ausstellung sei ein neues Konzept in Arbeit. Dem Ergebnis will
Vollnhals nicht vorgreifen, stellt man die Fragen nach konkreten Inhalten.
Sicher war: Das von Professor Peter Kirchberg, bekannt als Autor von Büchern über den Zwickauer Automobilbau und von Audi beauftragter
Historiker, vor Jahren vorgelegte Konzept werde ein wichtige Rolle spielen, sagte der Geschäftsführer des Museums. Ein Beirat von Kennern der Zwickauer
Automobilgeschichte wird ein gewichtiges Wort mitreden. Zum Beirat gehören Mitglieder des Fördervereins "Automobilmuseum August Horch", Vertreter der Auto Union,
Professor Kirchberg und natürlich auch Vertreter aus Zwickau an, die Stadt ist zu
50 Prozent Gesellschafter des Museum. Sicher war auch zeitig: "Das Museum soll mehr sein,
als eine bloße Automobilausstellung." Das "Mehr" bedeutet auch, das soziale Umfeld ums Auto, die Produktion, die Zeit, die Präsentation und die
Rennsportgeschichte erhalten ihren Platz in der für Zwickau so wichtigen Ausstellung an der Stelle, wo Automobilgeschichte geschrieben wurde. So wird daran gedacht,
Abschnitte der Produktion vom Trabant für die Nachwelt aufzubauen, zu zeigen, wie die Plaste für den Trabant entstand. 30 Jahre Arbeit am Familienauto
Trabant sind auch dreißig Jahre Geschichte der hiesigen Bevölkerung, zehntausender Menschen, die ein Recht auf den Spiegel dieser Zeit haben, weiß
Vollnhals. Ein weiterer Vorschlag des Konzepts von Professor Kirchberg enthielt die Nachgestaltung eines Automobilsalons
der Auto-Union in Berlin des Jahres 1936.
Große Horchlimousinen neben Wanderer, Audi und DKW mit den Damen und Herren der damaligen Zeit im modischen Chic der dreißiger Jahre.
Konstruktionszeichnungen und Dokumente der Entwicklungsabteilungen bis hin zu erhaltenen Modellen, zeitgeschichtliche Darstellungen und
Exponate aus den Hochzeiten des Zwickauer Automobilbaus, aus prägenden Abschnitten der Entwicklung galt es ins rechte
Licht zu setzen durch die Ausstellung. Dazu gehören auch Geschichten und Anekdoten. Wer hat noch
nicht die Schilderung von der Laufruhe eines Achtzylinder-Horchmotors gehört, auf dessen Zylinderdeckel bei Leerlauf ein
Fünfmarkstück ohne zittern auf der hohen Kante stehen blieb.
August Horch, der bis 1896 bei Carl Benz als Werkmeister gearbeitet hatte, begann sein selbständiges Unternehmertum mit der Konstruktion
eines Motors, in dem durch Massenausgleich ein stoßfreies Arbeiten möglich war.
In allen seinen Unternehmungen blieb der Motor besonderer Laufruhe immer ein Mittelpunkt konstruktiver Ziele.
Ideen gab es viele. Bis Jahresende 2002 meinte Vollnhals konnte das Konzept fertig sein, und die Umsetzung beginnen.
 Mitglieder des Fördervereins Automobilmuseuem August Horch darunter viele langjährige
Mitarbeiter des VEB Sachsenring, dem Betrieb der 30 Jahre die Legende Trabant baute.
Zwickau, 10. September 2004
August Horch Museum eröffnet neu
Am 10. September 2004 wurde das August Horch Museum in Zwickau in Anwesenheit von zahlreichen Ehrengäste, darunter
Ministerpräsident Milbradt, Oberbürgermeister Vettermann und Martin Winterkorn, dem Vorstandsvorsitzenden der AUDI AG, neu eröffnet.
Seit der Übernahme des Museumsgebäudes durch die am 12.12.2000 gegründete August Horch Museum
Zwickau gGmbH von der Bundesanstalt für vereinigungsbedingtes Sondervermögen (BvS) sind nun fast vier Jahre vergangen.
Nach Durchführung eines internationalen Architektenwettbewerbs mit über 800 Teilnehmern aus ganz Europa, gewann die
Zwickauer Architektengemeinschaft „Himmelfürst“ den 1. Preis.
Gleichzeitig wurde aus der Präsentation von 9 Ausstellungsgestaltern der Zuschlag an die Zwickauer Firma Ö-Konzept erteilt.
Am 27. September 2002 fand der 1. Spatenstich statt, dem eine fast 2-jährige Bauphase folgte. Dabei wurde das sich in einem desolaten Zustand befindliche Gebäude umfassend saniert. Die August Horch Villa, die in den fünfziger Jahren mit Zweckbauten eingebaut wurde, ist nun wieder wie früher „freigestellt“ und wird zukünftig auch den Besuchern zugänglich sein, die dort eine zeitgenössische Wohnsituation um den Zeitraum 1910 besichtigen können.
Für die Ausstellung der Fahrzeuge wurde ein völlig neues Konzept entworfen.
 Horch 920 Pullmann-Limousine - Dienstfahrzeug des Botschafters in Argentinien
Die Fahrzeuge stehen nun nicht mehr wie in der Vergangenheit in Reih und Glied, sondern werden in einem Umfeld aus ihrer
Entstehungszeit gezeigt. Typische Szenen sind eine Tankstelle Anfang der 30 Jahre, ein Messestand der Auto Union AG von 1936,
eine Nachbildung der Leipziger Straße und vieles mehr. Das iTüpfelchen sind jedoch die vielen Details wie z. B. ein voll
eingerichtetes Tankstellenhäuschen, ein Messepavillon mit Filmvorführungen, in denen Fahrzeuge aus Zwickau im Mittelpunkt stehen.
Ein Tante-Emma-Laden und mit Mode, Spielzeug und Porzellan dekorierte Schaufenster schaffen eine einzigartige Atmosphäre,
die von bestimmten Düften noch verstärkt werden.

Am 11. September 2004 kam es auf dem der Zwickauer Altstadt nahen Kurs zu einer einzigartigen Demonstration der Silberpfeile der Auto Union:
Erstmals konnten drei verschiedene Auto Union Rennwagen auf gleicher Strecke
ihre 12- beziehungsweise 16-Zylinder-Aggregate anwerfen: Der Typ A, links, mit dem Hans Stuck 1934 Europameister wurde,
der Typ C, den Bernd Rosemeyer 1936 zu Europameisterehren pilotierte, vorn, und der
Typ D, mit dem Tazio Nuvolari 1939 den letzten Großen Preis (Belgrad) vor dem 2. Weltkrieg gewann. Der Typ C wird als Dauerleihgabe der
Audi AG im Zwickauer Museum zu sehen sein. Foto: Stiegler
Insgesamt sind 70 Großexponate und eine Vielzahl von Kleinexponaten vom Horch Phaeton von 1911 über Audi-, DKW-, Wanderer-,
Trabant- und VW-Fahrzeuge zu sehen. Auf einer Ausstellungsfläche von rund 2.500 Quadratmetern steht dem Besucher ein 3-fach
gestaffeltes Informationsangebot zur Verfügung, das von der Exponatbeschriftung bis zur elektronischen Information reicht.
Der Rundgang durch das Museum wurde so gestaltet, dass der Besucher automatisch durch die Ausstellung geführt wird.
Erstmals gibt es im August Horch Museum auch eine Cafeteria, die zu Erfrischungen und einem Imbiss einlädt.
Nach Vorbestellung kann aber auch ein Menü serviert werden. Wer eine kleine Erinnerung mit nach Hause nehmen möchte,
findet ein gutes Angebot im neuen Museumsladen vor.
Neu gestaltet wurde auch der Internetauftritt, der unter zugänglich ist.
Ebenfalls neu ist die Corporate Identity des Museums mit dem stilisierten Oldtimer über der Bezeichnung.
Hinzu kommt der Slogan „Automobile Geschichte erleben“.
Im Museum werden 6 Vollzeitbeschäftige, 4 Teilzeitbeschäftige und 28 ehrenamtlich tätige Mitarbeiter beschäftigt, wobei die „Ehrenamtlichen“ sich als Museumsführer und —aufsicht betätigen. Seit der Gründung der Gesellschaft wurden damit fünf neue Dauerarbeitsplätze geschaffen.
Das Investvolumen für Bau und Ausstellung beträgt, wie erwähnt, rund 9 Mio. Die Finanzierung erfolgte durch eine
Spende der AUDI AG in Höhe von über 6,6 Millionen Euro sowie einer öffentlichen Förderung von Bund und Land
in Höhe von 1,8 Mio. €. Der Restbetrag wird durch die Gesellschaft erbracht.
Die August Horch Museum Zwickau gGmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die
von der Stadt Zwickau und der AUDI AG im Dezember 2000 gegründet wurde. Die
Geschäftsanteile werden hälftig von den beiden Gesellschaftern gehalten. Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb des August Horch Museums und die Dokumentation der Geschichte des Automobilbaus in Zwickau.
August Horch Museum Zwickau gGmbH
Dienstag bis Sonntag von 9.30 Uhr bis 17 Uhr
Montag geschlossen
Zwischen Juli 2002 und Neueröffnung war das Museum umgezogen. Es befand sich an der
Crimmitschauer Straße 36g.
nach oben
Ingolstadt/Zwickau, 25. August 2004
August Horch Museum bekommt würdigen Rahmen
• Dokumentation zur Geschichte des Automobilbaus in Zwickau zieht in älteste Audi-Fabrik
• Herausragende Horch und Audi Exponate
„Wir haben lange auf diesen Tag hingearbeitet. Auf das Ergebnis können wir glaube ich, stolz sein.“ Rudolf Vollnhals, Geschäftsführer
der August Horch Museum Zwickau gGmbH, freute sich auf den 10. September 2004, an dam Tag, wo sich das Museum endlich in
repräsentativen Räumen darstellt: In der sogenannten Audi Keimzelle, der ersten Audi Fabrik überhaupt, wo August Horch 1910 die
Audi Automobilwerke GmbH in der ehemaligen Walther-Rathenau-Straße, heute Audistraße, in Zwickau ins Handelsregister eingetragen hat.
Auch der Oberbürgermeister der Stadt des Automobilbaus, Dietmar Vettermann, ist froh, dass neue Kleinod nun von Jung und Alt
besucht werden kann.
Zur Eröffnung wurden zahlreiche Ehrengäste erwartet. Darunter der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt und
Audi Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn.
Zwei Jahre dauerten die Baumaßnahmen, in welche neun Millionen Euro investiert wurden. Die AUDI AG, zusammen mit der Stadt
Zwickau je zur Hälfte Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH, engagierte sich hierbei mit 6,6 Millionen Euro,
die Stadt übernimmt die jährlichen Betreiberkosten.
Zweck der Gesellschaft, die im Jahr 2000 gegründet wurde, ist der Betrieb des Museums sowie die Dokumentation des
Automobilbaus in Zwickau. Vor exakt 100 Jahren hatte August Horch in Zwickau mit dem Automobilbau begonnen.
In der Sammlung des Museums befinden sich äußerst seltene, mitunter einmalige Exponate des frühen Automobilbaus.
Begonnen hatte die Geschichte des August Horch Museums 1988 noch zu DDR Zeiten, als man in einem ehemaligen Speisesaal des Sachsenring-Werkes eine kleine Traditionsausstellung einrichtete - in jenem Betriebsteil, der einstmals das Audi Werk beheimatete. Während VEB Sachsenring nach der Wende liquidiert wurde, blieb die historische Sammlung bestehen und wurde mit Fördergeldern aufrecht erhalten. Die historische Bausubstanz war indes in einem derart schlechten Zustand und die Fördertöpfe so knapp, dass nur ein entsprechendes Engagement aus Wirtschaft und Industrie dem Museum das Überleben sichern konnte. Die AUDI AG sah sich in der Pflicht an den historischen Wurzeln des Unternehmens aktiv zu werden.
 Eines der schönsten je gebauten Horchkabriolets Horch Cabriolet 853
Die Ausstellungsflächen erfuhren eine umfassende Neugestaltung. Sie wurden nicht nur vergrößert
(Ausstellungsfläche 2500 Quadratmeter) – durch eine Bodenabsenkung im Untergeschoss war es möglich, zusätzliche
Raumhöhe zu gewinnen. Durch den Einbau großer Fensterflächen erfuhr dieser Bereich auch eine optische Aufwertung.
Gerade hier haben sich die Museumsmacher etwas Besonderes einfallen lassen: Man baute einen Teil der historischen Leipziger
Straße aus dem Zwickau der 1930er Jahre nach, worauf Automobile aus dieser Zeit vor den nachgebauten Fassaden parken.
 Blick in die "Leipziger Straße" der dreißiger Jahre mit den 1939 entwickelten DKW F9 im Vordergrund
Für den Besucher beginnt die Dauerausstellung im Obergeschoss mit den luxuriösen Horch und Audi Modellen.
Besondere Highlights hier: Der Auto Union Rennwagen Typ C von 1936 sowie der Audi Typ C Alpensieger von 1914, mit dem
August Horch die damals schwierigste Rallye der Welt gewann.
Dazu gesellt sich der weltweit letzte Horch LKW 25/42 PS von 1916 sowie das Fahrgestell eines Audi Typ M von 1927.
Ein ganz außergewöhnliches Antriebsaggregat ist ebenfalls zu sehen: Einer der ältesten Horch Motoren überhaupt – der
erste 14-17 PS Vierzylindermotor von 1904.
Das älteste Fahrzeug der Ausstellung ist ein Horch 12/28 Phaeton von 1911. Auch an Inszenierungen fehlt es nicht:
Ein IAA-Stand der Auto Union AG aus den 1930er Jahren wurde genauso nachempfunden wie eine historische Tankstelle.
 Nachgestalteter Stand der Auto Union auf der IAA in Berlin in den Dreißiger Jahren. Allerdings fällt
hier dem Kenner auf: Der Audi 920 im Vordergrund ist das Modell, wie es erst 1939 auf dem Markt kam.
Doch nicht nur die Vorkriegsgeschichte wird gezeigt: Im Untergeschoss finden sich auch sechs Räume, welche die
Trabant-Geschichte dokumentieren. Zu sehen ist auch der DDR-Exportschlager-LKW H3A sein und die Staatskarosse
„Repräsentant“ aus dem Jahre 1969. Die Klammer schließt sich mit dem VW Polo und dem einmillionsten Passat –
Autos, die im VW-Werk Mosel bei Zwickau gebaut wurden.
Insgesamt sind 50 Automobile ausgestellt, dazu gesellen sich Hunderte von Klein-Exponaten.
Natürlich wird es im neuen August Horch Museum auch Sonderausstellungen auf einer speziellen Fläche geben.
Den Auftakt macht hier der „Prototypenbau in der DDR-Zeit“.
Am Tag nach der Ausstellungseröffnung konnte die interessierte Zwickauer Bevölkerung am 11. September 2004 Audi
Renngeschichte hautnah erleben. Auf dem Altstadt nahen Kurs, wo sonst die Sachsenring-Rallye ihre Kreise zieht, konnten ab 10 Uhr alle
Rennfahrzeuge, die sich je mit den vier Ringen schmückten, im Fahreinsatz bewundert werden. Dabei kam es zu einem bisher
einmaligen Moment: Erstmals konnten drei verschiedene Auto Union Rennwagen auf gleicher Strecke
ihre 12- beziehungsweise 16-Zylinder-Aggregate anwerfen:
Der Typ A, mit dem Hans Stuck 1934 Europameister wurde,
der Typ C, den Bernd Rosemeyer 1936 zu Europameisterehren pilotierte und der
Typ D, mit dem Tazio Nuvolari 1939 den letzten Großen Preis (Belgrad) vor dem 2. Weltkrieg gewann.
Öffnungszeiten
Das August Horch Museum in der Audistraße (ehemals Walther-Rathenau- Straße) in Zwickau ist
von Dienstag bis Sonntag 9.30 bis 17 Uhr geöffnet. Montag Ruhetag.
 Die Villa, die August Horch bewohnte, war in DDR-Zeiten Betriebskindergarten des VEB Sachsenring Zwickau.
Sie wird derzeit noch renoviert und wird künftig, zeitgemäß eingerichtet, zu besichtigen sein.
Das Audi Markenzeichen der Vier Ringe symbolisiert die Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer, die in der Auto Union zusammengefasst wurden. Auto Union und NSU, die 1969 fusionierten, prägten die Entwicklung des Automobils maßgeblich. 1985 entstand aus der Audi NSU Auto Union AG die AUDI AG. Die Audi Tradition pflegt und präsentiert zusammen mit den beiden Traditionsgesellschaften Auto Union GmbH und NSU GmbH die umfangreiche und weitverzweigte Audi Historie. Das Audi museum mobile im Audi Forum Ingolstadt ist von Montag bis Sonntag von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.
nach oben
 Denkmale von August Horch gibt es in Zwickau noch wenige. Das neue Technikum für Kraftfahrzeugtechnik der Westsächsischen Hochschule Zwickau
erhielt im Mai eine Büste des Automobilpioniers. Die Schöpferin Bianca Seidel und die Enkelin von August Horch, Heike Müller, rechts,
waren zur Übergabe gekommen.
AUDI AG, Audi Tradition, Presse
Peter Kober, Tel: +49/(0)841 89 39628; Fax: +49/(0)841 89 92567
E-Mail: peter.kober@audi.de
Christina Fuchs, Tel: +49/(0)841 89 92255; Fax: +49/(0)841 89 92567
E-Mail: christina.fuchs@audi.de

Edelste Automobilgeschichte hautnah zu erleben
Automobilmuseum August Horch erweitert die Ausstellung
Zwickau, am 28. September 2005 – Der neue Ausstellungsteil im Zwickauer Automobilmuseum August macht’s möglich:
Besucher dürfen auch mal Anfassen und
Einsteigen, Einsteigen ins eines der Luxusautos aus der Auto-Union, die in den dreißiger Jahren das Nonplusultra des Automobilbaues
darstellten. Immerhin: Von hundert Autos der Oberklasse, die in den dreißiger Jahren in Deutschland verkauft wurden, kamen 55 aus
Zwickau oder Chemnitz, wurden unter den Marken Wanderer, Horch und Audi ausgeliefert. Audi, nach 1945 in Ingolstadt wieder zur
Weltmarke geworden, hat Geld in seine Wurzeln gesteckt. Insgesamt 9,5 Millionen Euro sind seit 2000 nach Zwickau geflossen, um aus
der ehemals schnöden Ausstellung des Automobilmuseums eine Sinfonie automobiler Entwicklung zu gestalten.
 Das Wohnzimmer von August Horch in der Villa wurde der Zeit der zwanziger Jahre
nachempfunden.
Gestern nun wurde
dem Museum, das seit der Neueröffnung vor einem Jahr bereits 100.000 Besucher zählen durfte, das i-Tüpfelchen aufgesetzt.
Museumschef Rudolf Vollnhals weiß: „Ein Risiko ist es schon, die Besucher so nah an den Audi aus den dreißiger Jahren heran
zulassen, aber wir wissen auch, wie wichtig das Erlebnis der unmittelbaren Berührung mit den Polstern und dem Lenkrad sein kann.“
Nichts ist langweiliger als die bloße Aufreihung auch der schönsten Ausstellungsstücke. Das wussten die Zwickauer bei der
Gestaltung des neuen Museums zu berücksichtigen. An alter Stelle, dort wo vor 100 Jahren der Automobilbau in Sachsen begann, wird
jetzt gezeigt, wie damals gearbeitet wurde, wie Stück für Stück eine Luxuskarosserie entsteht. Schreinerarbeitsplätze, damals war am
Auto noch viel aus Holz, Sprenglerwerkzeug für die Blechhaut, Polsterer und mechanische Werkstätten zeigen, wie vor hundert Jahren
höchste Qualität entstand. Museumsmitarbeiter Jürgen Pönisch setzt stolz einen Motorenprüfstand in Bewegung. Auch die Maschinen,
die über Transmissionen angetrieben werden, sind alle funktionsfähig, und mit Getöse sausen die Riemen, die über eine Zentralwelle ihre
Kraft durch Treibriemen erhalten, um Drehbänke, Hobelmaschinen in Bewegung zu versetzen, Wellen zu drehen, Nuten zu fräsen oder eine
kleine Stanze zu betätigen. Auch der originale Waschraum der Arbeiter von damals ist zu sehen. „Wir wollten zeigen, wie die Menschen
damals lebten und arbeiteten“, sagt Vollnhals.
Zur Ausstellung gehört nun auch die Villa, in der der Automobilpionier August Horch lebte und arbeitete. Wer will, kann auch die
Küche sehen, ob August Horch je dort selber ein Ei in die Pfanne gehaunen hat, dürfte aber eher zweifelhaft sein.
Audi-Chef Professor Martin Winterkorn knüpft in seiner Rede an die alten Traditionen an: Ausgehend vom Marktanteil 55 Prozent in der
Oberklasse in den dreißiger Jahren sagte Winterkorn: „Eine vergleichbare Spitzenstellung im
Premiumsegment wollen und werden wir wieder erreichen.“ Da hatte der Audichef gewichtige Zuhörer, zur Museumserweiterung
waren neben Politikern aus Sachsen auch die Chefs von Volkswagen aus Wolfsburg mit dem Vorstandsvorsitzenden
Bernd Pischetsrieder an der Spitze gestern zur Eröffnung nach Zwickau gekommen. Theo Stiegler
 Nachgestellte Straßenszene der dreißiger Jahre vor einem Phantasiehotel "royal".
Das August-Horch-Museum ist im Jahr der Fußballweltmeisterschaft ein ausgezeichneter Ort der „365 Orten mit Ideen“
Werbung nach einer Idee des Bundespräsidenten
ZWICKAU – An 365 Tagen des Weltmeisterschaftsjahres 2006 heißt es 365 Mal „Orte mit Ideen“. 1200 Orte und Einrichtungen haben sich beworben in diese einzigartige Veranstaltungsliste, die vom Bundespräsidenten Horst Köhler ins Leben gerufen wurde, aufgenommen zu werden. Zwickau hat den Sprung in die Runde der Besten gleich zweimal geschafft: Das Automobilmuseum „August Horch“ und das „Robert Schumannhaus“ sind drin im Reiseführer des Bundespräsidenten.
Gestern zum 55. Todestag von August Horch erhielt der Museumsdirektor Rudolf Vollhals in einer Feierstunde die Auszeichnung aus den Händen von Thomas Hüser, einem Vertreter der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“.

Automobilhistoriker Peter Kirchberg, einer der besten Kenner der Automobilgeschichte, sagt warum das Museum die Ehre verdient. Seit 100 Jahre werden in Zwickau ununterbrochen Autos gebaut: Das kann sonst keine andere Stadt von sich sagen. Horch begründete 1904 die Tradition mit der Marke „Horch“ fügte dem später noch die Marke „Audi“ dazu. Selbst in der schwierigsten Zeit nach dem 2. Weltkrieg riss der Faden der Automobilbautradition nie. DKW F8 und Trabant stehen als Synonyme für Erfindergeist und Durchhaltevermögen der Westsachsen. Heute bauen die Zwickauer mit der Marke Volkswagen Autos in Stückzahlen wie nie zuvor. Ein von Audi neu gedrehter Film, der in der Feierstunde seine Premiere erlebte, beeindruckte die 100 Gäste mit historischen Aufnahmen: Adenauer, de Gaulle und Theodor Heuss ließen sich noch in den fünfziger Jahren mit offenen Autos aus Zwickau durch Menschenmassen kutschieren. „365 Orte der Ideen“ – Zwickau ist dabei in der Reihe mit dem Kölner Dom, die Goehte-Stadt Weimar und den Berliner Symphonikern gerückt. „365 Orte mit Ideen“ bilden nun auch einen tollen Reiseführer, der Gäste der Fußball-Weltmeisterschaft durch Deutschland begleiten soll. Die erste Auflage war in Sekunden vergriffen. Theo Stiegler
|
 Von Horch 1903 in Reichenbach konstruierter Motor
 Horch-Lkw aus der Zeit des 1.Weltkrieges
 Blick in die Leipziger Straße der dreißiger Jahre
 Nach dem 2. Weltkrieg war das Horchwerk zerbombt

Tankstelle aus den dreißiger Jahren
 Audiwagen siegten zwischen 1912 und 1914 bei der österreichischen Alpenrundfahrt
 "Darf's voll sein?"
 Szene in der Leipziger Straße mit der Auslage eines Porzellangeschäfts der Zwickauer Firma Kästner-Porzellan.
 Museumsdirektor Rudolf Vollnhals übernimmt persönlich die Führung.
 Schaufensterauslage in der Straßenszene
 Der "Sachsenring" war der letzte Versuch der Zwickauer, die alte Tradition repräsentativer
Autos wieder aufzunehmen. Entwickelt und gebaut zwischen 1953 und 59
 Von Ferdinand Porsche für die Auto Union konstruierter 16-Zylindermotor für die Rennwagen der
Auto Union.
 Achtzylinder Reihenmotor. Die Laufruhe der Motoren ist legendär. Ein Fünfmarkstück bleibt
auf der hohen Kante auf dem Motorblock auch bei Betrieb des Motors stehen, wie erst jüngst zu Horchtreffen im Mai 2004
wieder demonstriert werden konnte.
 P70, 1954 als erstes Auto der Welt mit Plastekarosserie in Serie gefertigt.
 DKW-Motorrad 1928 - spendete den Motor für die F-Reihe
 Legendärer DKW F1 Begründer der frontgetriebenen Zweitakter aus Zwickau. Wurde 1931 von Oscar Arlt und Walter
Haustein auf Anweisung von Jörgen Skafte Rasmussen in der Zeit zwischen September und November konstruiert, stand im November farbereit auf der Straße.
 Letzter Vertreter der F-Reihe der F9 war 1939 in der Entwicklung fertig, wurde nach dem Krieg erst in
Zwickau und dann in Eisenach gefertigt
 Laden aus den Dreißigern als Bestandteil Szene der Leipziger Straße
 Originalgetreue Schaufensterdekoration
 Straßenszene mit "DKW-Eildienst"
 Cockpit eines Horch
 Major Alexander Arkadjewitsch Seferianz ist vielen Zwickauern als fairer Kommandant in Erinnerung. 1947 führte der russische Major das warme Werksessen in den Automobilwerken ein, eine in der Hungersnot der Nachkriegsjahre
keineswegs selbstverständliche soziale Leistung. Als Dienstauto stand dem Militärkommandanten ein Horch 930 S zur Verfügung. Fahrer Rudi Wohlrab hatte sich durch rasante Fahrweise dem Kommandanten empfohlen.
Aus der Zeit der Militärkommandantur
Das Modell eines DKW F8 enthält ein Radio. Das Geschenk
der Belegschaft an den Kommandanten aus dem Jahr 1947 blieb erhalten und steht heute als
Geschenk des Sohnes von Major Seferianz ans Museum in der Ausstellung.
 Der Prototyp des Trabant
 Längsschnitt durch einen Trabant.
 Für Paraden umgebauter Sachsenring - Repräsentant
 Nach dem Krieg wurden Traktoren gebraucht, auch dies bewältigten die Zwickauer mit Bravour
 P100 sollte 1961 in Serie gehen
 1967 produktionsreifes Vollheckfahrzeug P603
 1972 durchbrach die Trabantproduktion die Eine-Million-Grenze
 Weiterentwicklungen zum Trabant hat es viele gegeben. Das Geld für den Bau haben die
DDR-Oberen lieber für anderes ausgegeben. Günter Mittag, DDR-Wirtschaftsminister: "Für das Volk ist der Trabant gut genug."
 In den Anfangsjahren brachte es der Trabant auch zu internationalen Ehren:
Rallyesieger der Rallye Monte Carlo.
 Repräsentativer Horchwagen der zwanziger Jahre.
 Tankstellenszene mit einem Horch 480.

Trabantproduktion: Entnahme des fertig gepressten Trabantkotflügels,
Aufnahme im April 1991.
 Beschleifen der Duroplastteile
 Anfügen der Plastebeplankung
 Trabant der ersten Serie 1958
Erweiterte Ausstellung seit 28. September 2005
 Sitzprobe im Audi Front 1939 - an dieser Stelle ist dies erlaubt
 Halbfertige Karosserie einer Horch-Pullmann-Limousine
 Originaler Prüfstand mit Wasserwirbelbremse und Horch-Achtzylinder-Motor
 Blick in eine Werkstatt mit Zerspanungsmaschinen, die über Transmission angetrieben werden.
|