Museen der Stadt Zwickau - Das Automobilmuseum August Horch

siehe auch

Museum wird bis 2015 erweitert - bis dahin nur Automobilgeschichte bis 1945

- das Automobilmuseum in der Zeit des Neubaus und 100 Jahre Automobile aus Zwickau oder Odyssee eines Horch 480 oder Horchwerke unter der Militärkommandantur oder - zur offiziellen Museumsseite - Neueröffnung des Museums am 11. September 2004 - Erweiterung der Ausstellung am 28. September 2005 - Karosseriebauer Kurt Berge, 100 Jahre alt und 50 Jahre Karosseriebauer bei Gläser, besucht das Museum - 365 Orte in Deutschland mit Ideen - Wolfgang Stumph trifft Trabi "Schorch" - Termine im Automobilmuseum - 75 Jahre Frontantrieb aus Zwickau - Durchbruch einer revolutionären Technik - Der Trabi wird 50 - Automobilmuseum erhält originalgetreuen Nachbau des Auto Union Typ B - Ausstellung 20 Jahre VW aus Sachsen
- Automuseum erhält originalgetreuen Nachbau des legendären Rennwagens Auto Union Typ C

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Vier Ringe, vier Marken - Audi - DKW - Horch - Wander - Auto Union.

Die "1" stand viele Jahre für Audi

Automobilmuseum in einzigartiger Konfiguration

Zwickau (sti). August Horch stellte 1904 in der Stadt Zwickau entscheidende Weichen für die Zukunft: Mit der Gründung der Horch-Werke hat der Automobilpionier die Zeit des industriellen Fortschritts an der Mulde beschleunigt und in eine neue Richtung gelenkt. Horchautos und die Gründung der Weltmarke Audi wurden von August Horch direkt auf den Weg gebracht.

Horch Phaeton aus dem Jahr 1911

Der Bau von frontgetriebenen Kleinwagen mit Zweitaktmotor seit 1932 neben den großen Autos der Repräsentationsmarken in der damals gegründeten Auto Union gehört ebenso zu den großen Kapiteln der Zwickauer Automobilgeschichte, wie die erfolgreichen Silberpfeile in den dreißiger Jahren der Rennsportgeschichte in Zwickau.

Der H3A war der Neuanfang im Lkw-Bau nach dem Krieg. Links im Bild Werner Lang, langjähriger Technischer Direktor bei Horch und bei Sachsenring


Auch die IFA-Jahre mit dem Neuanfang nach dem Krieg, Pionier-Traktoren und das letzte Repräsentationsauto "Sachsenring" und schließlich über 30 Jahre Trabantproduktion gehören zum Zwickauer Automobilbau. Seit 2000 ist Rudolf Vollnhals Geschäftsführer der Automobilmuseum "August Horch" Gesellschaft, die seit Januar die Automobilausstellung an der Walther-Rathenau-Straße in Zwickau übernommen hat. Der Audi-Manager hat damit ein gutes Stück Verantwortung für die Traditionspflege über die inzwischen wichtigste Säule der westsächsischen Industrie übernommen. Vollnhals sieht die Gesamtheit: "Alle Entwicklungsetappen und -zweige müssen sich in einer künftigen Ausstellung widerspiegeln." Das sei der Ansatz. Sonst ist alles offen. Die Audi AG in Ingolstadt stand damals mit 13 Millionen Mark für das Museum an der Stelle, wo die Geschichte von Audi 1909/10 begann, ein. Damit galt es zunächst die historische Substanz des Museums zu sichern und zu sanieren. Nicht denkmalgeschützte Gebäude standen auch zum Abbruch. Dagegen sind die Villa von August Horch und seine Arbeitsräume im ehemaligen Audi-Gebäude für die Ausstellung gesetzte Größen. Für die gesamte Ausstellung sei ein neues Konzept in Arbeit. Dem Ergebnis will Vollnhals nicht vorgreifen, stellt man die Fragen nach konkreten Inhalten. Sicher war: Das von Professor Peter Kirchberg, bekannt als Autor von Büchern über den Zwickauer Automobilbau und von Audi beauftragter Historiker, vor Jahren vorgelegte Konzept werde ein wichtige Rolle spielen, sagte der Geschäftsführer des Museums. Ein Beirat von Kennern der Zwickauer Automobilgeschichte wird ein gewichtiges Wort mitreden. Zum Beirat gehören Mitglieder des Fördervereins "Automobilmuseum August Horch", Vertreter der Auto Union, Professor Kirchberg und natürlich auch Vertreter aus Zwickau an, die Stadt ist zu 50 Prozent Gesellschafter des Museum. Sicher war auch zeitig: "Das Museum soll mehr sein, als eine bloße Automobilausstellung." Das "Mehr" bedeutet auch, das soziale Umfeld ums Auto, die Produktion, die Zeit, die Präsentation und die Rennsportgeschichte erhalten ihren Platz in der für Zwickau so wichtigen Ausstellung an der Stelle, wo Automobilgeschichte geschrieben wurde. So wird daran gedacht, Abschnitte der Produktion vom Trabant für die Nachwelt aufzubauen, zu zeigen, wie die Plaste für den Trabant entstand. 30 Jahre Arbeit am Familienauto Trabant sind auch dreißig Jahre Geschichte der hiesigen Bevölkerung, zehntausender Menschen, die ein Recht auf den Spiegel dieser Zeit haben, weiß Vollnhals. Ein weiterer Vorschlag des Konzepts von Professor Kirchberg enthielt die Nachgestaltung eines Automobilsalons der Auto-Union in Berlin des Jahres 1936. Große Horchlimousinen neben Wanderer, Audi und DKW mit den Damen und Herren der damaligen Zeit im modischen Chic der dreißiger Jahre. Konstruktionszeichnungen und Dokumente der Entwicklungsabteilungen bis hin zu erhaltenen Modellen, zeitgeschichtliche Darstellungen und Exponate aus den Hochzeiten des Zwickauer Automobilbaus, aus prägenden Abschnitten der Entwicklung galt es ins rechte Licht zu setzen durch die Ausstellung. Dazu gehören auch Geschichten und Anekdoten. Wer hat noch nicht die Schilderung von der Laufruhe eines Achtzylinder-Horchmotors gehört, auf dessen Zylinderdeckel bei Leerlauf ein Fünfmarkstück ohne zittern auf der hohen Kante stehen blieb.
August Horch, der bis 1896 bei Carl Benz als Werkmeister gearbeitet hatte, begann sein selbständiges Unternehmertum mit der Konstruktion eines Motors, in dem durch Massenausgleich ein stoßfreies Arbeiten möglich war. In allen seinen Unternehmungen blieb der Motor besonderer Laufruhe immer ein Mittelpunkt konstruktiver Ziele. Ideen gab es viele. Bis Jahresende 2002 meinte Vollnhals konnte das Konzept fertig sein, und die Umsetzung beginnen.

Mitglieder des Fördervereins Automobilmuseuem August Horch darunter viele langjährige Mitarbeiter des VEB Sachsenring, dem Betrieb der 30 Jahre die Legende Trabant baute. Von links Gerhard Gerbeth, Winfried Sonntag, Lothar Spreer, Werner Seidel, Erhard Zwingenberger, Manfred Meese, Kurth Schmidt und Dietmar Singer. Foto: Stiegler


Zwickau, 10. September 2004

August Horch Museum eröffnet neu


Am 10. September 2004 wurde das August Horch Museum in Zwickau in Anwesenheit von zahlreichen Ehrengäste, darunter Ministerpräsident Milbradt, Oberbürgermeister Vettermann und Martin Winterkorn, dem Vorstandsvorsitzenden der AUDI AG, neu eröffnet. Seit der Übernahme des Museumsgebäudes durch die am 12.12.2000 gegründete August Horch Museum Zwickau gGmbH von der Bundesanstalt für vereinigungsbedingtes Sondervermögen (BvS) sind nun fast vier Jahre vergangen. Nach Durchführung eines internationalen Architektenwettbewerbs mit über 800 Teilnehmern aus ganz Europa, gewann die Zwickauer Architektengemeinschaft „Himmelfürst“ den 1. Preis. Gleichzeitig wurde aus der Präsentation von 9 Ausstellungsgestaltern der Zuschlag an die Zwickauer Firma Ö-Konzept erteilt. Am 27. September 2002 fand der 1. Spatenstich statt, dem eine fast 2-jährige Bauphase folgte. Dabei wurde das sich in einem desolaten Zustand befindliche Gebäude umfassend saniert. Die August Horch Villa, die in den fünfziger Jahren mit Zweckbauten eingebaut wurde, ist nun wieder wie früher „freigestellt“ und wird zukünftig auch den Besuchern zugänglich sein, die dort eine zeitgenössische Wohnsituation um den Zeitraum 1910 besichtigen können. Für die Ausstellung der Fahrzeuge wurde ein völlig neues Konzept entworfen.



Horch 920 Pullmann-Limousine - Dienstfahrzeug des Botschafters in Argentinien


Die Fahrzeuge stehen nun nicht mehr wie in der Vergangenheit in Reih und Glied, sondern werden in einem Umfeld aus ihrer Entstehungszeit gezeigt. Typische Szenen sind eine Tankstelle Anfang der 30 Jahre, ein Messestand der Auto Union AG von 1936, eine Nachbildung der Leipziger Straße und vieles mehr. Das iTüpfelchen sind jedoch die vielen Details wie z. B. ein voll eingerichtetes Tankstellenhäuschen, ein Messepavillon mit Filmvorführungen, in denen Fahrzeuge aus Zwickau im Mittelpunkt stehen. Ein Tante-Emma-Laden und mit Mode, Spielzeug und Porzellan dekorierte Schaufenster schaffen eine einzigartige Atmosphäre, die von bestimmten Düften noch verstärkt werden.

Am 11. September 2004 kam es auf dem der Zwickauer Altstadt nahen Kurs zu einer einzigartigen Demonstration der Silberpfeile der Auto Union: Erstmals konnten drei verschiedene Auto Union Rennwagen auf gleicher Strecke ihre 12- beziehungsweise 16-Zylinder-Aggregate anwerfen: Der Typ A, vorn, mit dem Hans Stuck 1934 Europameister wurde, der Typ C, den Bernd Rosemeyer 1936 zu Europameisterehren pilotierte, links, und der Typ D, mit dem Tazio Nuvolari 1939 den letzten Großen Preis (Belgrad) vor dem 2. Weltkrieg gewann. Der Typ C wird als Dauerleihgabe der Audi AG im Zwickauer Museum zu sehen sein. Foto: Stiegler



Insgesamt sind 70 Großexponate und eine Vielzahl von Kleinexponaten vom Horch Phaeton von 1911 über Audi-, DKW-, Wanderer-, Trabant- und VW-Fahrzeuge zu sehen. Auf einer Ausstellungsfläche von rund 2.500 Quadratmetern steht dem Besucher ein 3-fach gestaffeltes Informationsangebot zur Verfügung, das von der Exponatbeschriftung bis zur elektronischen Information reicht.
Der Rundgang durch das Museum wurde so gestaltet, dass der Besucher automatisch durch die Ausstellung geführt wird. Erstmals gibt es im August Horch Museum auch eine Cafeteria, die zu Erfrischungen und einem Imbiss einlädt.
Nach Vorbestellung kann aber auch ein Menü serviert werden. Wer eine kleine Erinnerung mit nach Hause nehmen möchte, findet ein gutes Angebot im neuen Museumsladen vor. Neu gestaltet wurde auch der Internetauftritt, der unter zugänglich ist.
Ebenfalls neu ist die Corporate Identity des Museums mit dem stilisierten Oldtimer über der Bezeichnung. Hinzu kommt der Slogan „Automobile Geschichte erleben“.
Im Museum werden 6 Vollzeitbeschäftige, 4 Teilzeitbeschäftige und 28 ehrenamtlich tätige Mitarbeiter beschäftigt, wobei die „Ehrenamtlichen“ sich als Museumsführer und —aufsicht betätigen. Seit der Gründung der Gesellschaft wurden damit fünf neue Dauerarbeitsplätze geschaffen.
Das Investvolumen für Bau und Ausstellung beträgt, wie erwähnt, rund 9 Mio. Die Finanzierung erfolgte durch eine Spende der AUDI AG in Höhe von über 6,6 Millionen Euro sowie einer öffentlichen Förderung von Bund und Land in Höhe von 1,8 Mio. €. Der Restbetrag wird durch die Gesellschaft erbracht.
Die August Horch Museum Zwickau gGmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die von der Stadt Zwickau und der AUDI AG im Dezember 2000 gegründet wurde. Die Geschäftsanteile werden hälftig von den beiden Gesellschaftern gehalten. Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb des August Horch Museums und die Dokumentation der Geschichte des Automobilbaus in Zwickau.
August Horch Museum Zwickau gGmbH
Dienstag bis Sonntag von 9.30 Uhr bis 17 Uhr
Montag geschlossen


Zwischen Juli 2002 und Neueröffnung war das Museum umgezogen. Es befand sich an der Crimmitschauer Straße 36g.
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Ingolstadt/Zwickau, 25. August 2004

August Horch Museum bekommt würdigen Rahmen

• Dokumentation zur Geschichte des Automobilbaus in Zwickau zieht in älteste Audi-Fabrik
• Herausragende Horch und Audi Exponate
„Wir haben lange auf diesen Tag hingearbeitet. Auf das Ergebnis können wir glaube ich, stolz sein.“ Rudolf Vollnhals, Geschäftsführer der August Horch Museum Zwickau gGmbH, freute sich auf den 10. September 2004, an dam Tag, wo sich das Museum endlich in repräsentativen Räumen darstellt: In der sogenannten Audi Keimzelle, der ersten Audi Fabrik überhaupt, wo August Horch 1910 die Audi Automobilwerke GmbH in der ehemaligen Walther-Rathenau-Straße, heute Audistraße, in Zwickau ins Handelsregister eingetragen hat. Auch der Oberbürgermeister der Stadt des Automobilbaus, Dietmar Vettermann, ist froh, dass neue Kleinod nun von Jung und Alt besucht werden kann.
Zur Eröffnung wurden zahlreiche Ehrengäste erwartet. Darunter der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt und Audi Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn.
Zwei Jahre dauerten die Baumaßnahmen, in welche neun Millionen Euro investiert wurden. Die AUDI AG, zusammen mit der Stadt Zwickau je zur Hälfte Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH, engagierte sich hierbei mit 6,6 Millionen Euro, die Stadt übernimmt die jährlichen Betreiberkosten.
Zweck der Gesellschaft, die im Jahr 2000 gegründet wurde, ist der Betrieb des Museums sowie die Dokumentation des Automobilbaus in Zwickau. Vor exakt 100 Jahren hatte August Horch in Zwickau mit dem Automobilbau begonnen. In der Sammlung des Museums befinden sich äußerst seltene, mitunter einmalige Exponate des frühen Automobilbaus.
Begonnen hatte die Geschichte des August Horch Museums 1988 noch zu DDR Zeiten, als man in einem ehemaligen Speisesaal des Sachsenring-Werkes eine kleine Traditionsausstellung einrichtete - in jenem Betriebsteil, der einstmals das Audi Werk beheimatete. Während VEB Sachsenring nach der Wende liquidiert wurde, blieb die historische Sammlung bestehen und wurde mit Fördergeldern aufrecht erhalten. Die historische Bausubstanz war indes in einem derart schlechten Zustand und die Fördertöpfe so knapp, dass nur ein entsprechendes Engagement aus Wirtschaft und Industrie dem Museum das Überleben sichern konnte. Die AUDI AG sah sich in der Pflicht an den historischen Wurzeln des Unternehmens aktiv zu werden.


Eines der schönsten je gebauten Horchkabriolets Horch Cabriolet 853



Die Ausstellungsflächen erfuhren eine umfassende Neugestaltung. Sie wurden nicht nur vergrößert (Ausstellungsfläche 2500 Quadratmeter) – durch eine Bodenabsenkung im Untergeschoss war es möglich, zusätzliche Raumhöhe zu gewinnen. Durch den Einbau großer Fensterflächen erfuhr dieser Bereich auch eine optische Aufwertung. Gerade hier haben sich die Museumsmacher etwas Besonderes einfallen lassen: Man baute einen Teil der historischen Leipziger Straße aus dem Zwickau der 1930er Jahre nach, worauf Automobile aus dieser Zeit vor den nachgebauten Fassaden parken.

Blick in die "Leipziger Straße" der dreißiger Jahre mit den 1939 entwickelten DKW F9 im Vordergrund


Für den Besucher beginnt die Dauerausstellung im Obergeschoss mit den luxuriösen Horch und Audi Modellen. Besondere Highlights hier: Der Auto Union Rennwagen Typ C von 1936 sowie der Audi Typ C Alpensieger von 1914, mit dem August Horch die damals schwierigste Rallye der Welt gewann. Dazu gesellt sich der weltweit letzte Horch LKW 25/42 PS von 1916 sowie das Fahrgestell eines Audi Typ M von 1927. Ein ganz außergewöhnliches Antriebsaggregat ist ebenfalls zu sehen: Einer der ältesten Horch Motoren überhaupt – der erste 14-17 PS Vierzylindermotor von 1904. Das älteste Fahrzeug der Ausstellung ist ein Horch 12/28 Phaeton von 1911. Auch an Inszenierungen fehlt es nicht: Ein IAA-Stand der Auto Union AG aus den 1930er Jahren wurde genauso nachempfunden wie eine historische Tankstelle.

Nachgestalteter Stand der Auto Union auf der IAA in Berlin in den Dreißiger Jahren. Allerdings fällt hier dem Kenner auf: Der Audi 920 im Vordergrund ist das Modell, wie es erst 1939 auf dem Markt kam.


Doch nicht nur die Vorkriegsgeschichte wird gezeigt: Im Untergeschoss finden sich auch sechs Räume, welche die Trabant-Geschichte dokumentieren. Zu sehen ist auch der DDR-Exportschlager-LKW H3A sein und die Staatskarosse „Repräsentant“ aus dem Jahre 1969. Die Klammer schließt sich mit dem VW Polo und dem einmillionsten Passat – Autos, die im VW-Werk Mosel bei Zwickau gebaut wurden.
Insgesamt sind 50 Automobile ausgestellt, dazu gesellen sich Hunderte von Klein-Exponaten. Natürlich wird es im neuen August Horch Museum auch Sonderausstellungen auf einer speziellen Fläche geben. Den Auftakt macht hier der „Prototypenbau in der DDR-Zeit“.
Am Tag nach der Ausstellungseröffnung konnte die interessierte Zwickauer Bevölkerung am 11. September 2004 Audi Renngeschichte hautnah erleben. Auf dem Altstadt nahen Kurs, wo sonst die Sachsenring-Rallye ihre Kreise zieht, konnten ab 10 Uhr alle Rennfahrzeuge, die sich je mit den vier Ringen schmückten, im Fahreinsatz bewundert werden. Dabei kam es zu einem bisher einmaligen Moment: Erstmals konnten drei verschiedene Auto Union Rennwagen auf gleicher Strecke ihre 12- beziehungsweise 16-Zylinder-Aggregate anwerfen: Der Typ A, mit dem Hans Stuck 1934 Europameister wurde, der Typ C, den Bernd Rosemeyer 1936 zu Europameisterehren pilotierte und der Typ D, mit dem Tazio Nuvolari 1939 den letzten Großen Preis (Belgrad) vor dem 2. Weltkrieg gewann.

Öffnungszeiten

Das August Horch Museum in der Audistraße (ehemals Walther-Rathenau- Straße) in Zwickau ist von Dienstag bis Sonntag 9.30 bis 17 Uhr geöffnet. Montag Ruhetag.

Die Villa, die August Horch bewohnte, war in DDR-Zeiten Betriebskindergarten des VEB Sachsenring Zwickau. Sie wird derzeit noch renoviert und wird künftig, zeitgemäß eingerichtet, zu besichtigen sein.


Das Audi Markenzeichen der Vier Ringe symbolisiert die Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer, die in der Auto Union zusammengefasst wurden. Auto Union und NSU, die 1969 fusionierten, prägten die Entwicklung des Automobils maßgeblich. 1985 entstand aus der Audi NSU Auto Union AG die AUDI AG. Die Audi Tradition pflegt und präsentiert zusammen mit den beiden Traditionsgesellschaften Auto Union GmbH und NSU GmbH die umfangreiche und weitverzweigte Audi Historie. Das Audi museum mobile im Audi Forum Ingolstadt ist von Montag bis Sonntag von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. nach oben

Denkmale von August Horch gibt es in Zwickau noch wenige. Das neue Technikum für Kraftfahrzeugtechnik der Westsächsischen Hochschule Zwickau erhielt im Mai eine Büste des Automobilpioniers. Die Schöpferin Bianca Seidel und die Enkelin von August Horch, Heike Müller, rechts, waren zur Übergabe gekommen.


AUDI AG, Audi Tradition, Presse
Peter Kober, Tel: +49/(0)841 89 39628; Fax: +49/(0)841 89 92567
E-Mail: peter.kober@audi.de
Christina Fuchs, Tel: +49/(0)841 89 92255; Fax: +49/(0)841 89 92567 E-Mail: christina.fuchs@audi.de

Edelste Automobilgeschichte hautnah zu erleben

Automobilmuseum August Horch erweitert die Ausstellung

Zwickau, am 28. September 2005 – Der neue Ausstellungsteil im Zwickauer Automobilmuseum August macht’s möglich: Besucher dürfen auch mal Anfassen und Einsteigen, Einsteigen ins eines der Luxusautos aus der Auto-Union, die in den dreißiger Jahren das Nonplusultra des Automobilbaues darstellten. Immerhin: Von hundert Autos der Oberklasse, die in den dreißiger Jahren in Deutschland verkauft wurden, kamen 55 aus Zwickau oder Chemnitz, wurden unter den Marken Wanderer, Horch und Audi ausgeliefert. Audi, nach 1945 in Ingolstadt wieder zur Weltmarke geworden, hat Geld in seine Wurzeln gesteckt. Insgesamt 9,5 Millionen Euro sind seit 2000 nach Zwickau geflossen, um aus der ehemals schnöden Ausstellung des Automobilmuseums eine Sinfonie automobiler Entwicklung zu gestalten.

Das Wohnzimmer von August Horch in der Villa wurde der Zeit der zwanziger Jahre nachempfunden.

Gestern nun wurde dem Museum, das seit der Neueröffnung vor einem Jahr bereits 100.000 Besucher zählen durfte, das i-Tüpfelchen aufgesetzt. Museumschef Rudolf Vollnhals weiß: „Ein Risiko ist es schon, die Besucher so nah an den Audi aus den dreißiger Jahren heran zulassen, aber wir wissen auch, wie wichtig das Erlebnis der unmittelbaren Berührung mit den Polstern und dem Lenkrad sein kann.“ Nichts ist langweiliger als die bloße Aufreihung auch der schönsten Ausstellungsstücke. Das wussten die Zwickauer bei der Gestaltung des neuen Museums zu berücksichtigen. An alter Stelle, dort wo vor 100 Jahren der Automobilbau in Sachsen begann, wird jetzt gezeigt, wie damals gearbeitet wurde, wie Stück für Stück eine Luxuskarosserie entsteht. Schreinerarbeitsplätze, damals war am Auto noch viel aus Holz, Sprenglerwerkzeug für die Blechhaut, Polsterer und mechanische Werkstätten zeigen, wie vor hundert Jahren höchste Qualität entstand. Museumsmitarbeiter Jürgen Pönisch setzt stolz einen Motorenprüfstand in Bewegung. Auch die Maschinen, die über Transmissionen angetrieben werden, sind alle funktionsfähig, und mit Getöse sausen die Riemen, die über eine Zentralwelle ihre Kraft durch Treibriemen erhalten, um Drehbänke, Hobelmaschinen in Bewegung zu versetzen, Wellen zu drehen, Nuten zu fräsen oder eine kleine Stanze zu betätigen. Auch der originale Waschraum der Arbeiter von damals ist zu sehen. „Wir wollten zeigen, wie die Menschen damals lebten und arbeiteten“, sagt Vollnhals. Zur Ausstellung gehört nun auch die Villa, in der der Automobilpionier August Horch lebte und arbeitete. Wer will, kann auch die Küche sehen, ob August Horch je dort selber ein Ei in die Pfanne gehaunen hat, dürfte aber eher zweifelhaft sein. Audi-Chef Professor Martin Winterkorn knüpft in seiner Rede an die alten Traditionen an: Ausgehend vom Marktanteil 55 Prozent in der Oberklasse in den dreißiger Jahren sagte Winterkorn: „Eine vergleichbare Spitzenstellung im Premiumsegment wollen und werden wir wieder erreichen.“ Da hatte der Audichef gewichtige Zuhörer, zur Museumserweiterung waren neben Politikern aus Sachsen auch die Chefs von Volkswagen aus Wolfsburg mit dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder an der Spitze gestern zur Eröffnung nach Zwickau gekommen. Theo Stiegler

Nachgestellte Straßenszene der dreißiger Jahre vor einem Phantasiehotel "royal".

Das August-Horch-Museum ist im Jahr der Fußballweltmeisterschaft ein ausgezeichneter Ort der „365 Orten mit Ideen“

Werbung nach einer Idee des Bundespräsidenten

ZWICKAU – An 365 Tagen des Weltmeisterschaftsjahres 2006 heißt es 365 Mal „Orte mit Ideen“. 1200 Orte und Einrichtungen haben sich beworben in diese einzigartige Veranstaltungsliste, die vom Bundespräsidenten Horst Köhler ins Leben gerufen wurde, aufgenommen zu werden. Zwickau hat den Sprung in die Runde der Besten gleich zweimal geschafft: Das Automobilmuseum „August Horch“ und das „Robert Schumannhaus“ sind drin im Reiseführer des Bundespräsidenten. Gestern zum 55. Todestag von August Horch erhielt der Museumsdirektor Rudolf Vollhals in einer Feierstunde die Auszeichnung aus den Händen von Thomas Hüser, einem Vertreter der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“.

Automobilhistoriker Peter Kirchberg, einer der besten Kenner der Automobilgeschichte, sagt warum das Museum die Ehre verdient. Seit 100 Jahre werden in Zwickau ununterbrochen Autos gebaut: Das kann sonst keine andere Stadt von sich sagen. Horch begründete 1904 die Tradition mit der Marke „Horch“ fügte dem später noch die Marke „Audi“ dazu. Selbst in der schwierigsten Zeit nach dem 2. Weltkrieg riss der Faden der Automobilbautradition nie. DKW F8 und Trabant stehen als Synonyme für Erfindergeist und Durchhaltevermögen der Westsachsen. Heute bauen die Zwickauer mit der Marke Volkswagen Autos in Stückzahlen wie nie zuvor. Ein von Audi neu gedrehter Film, der in der Feierstunde seine Premiere erlebte, beeindruckte die 100 Gäste mit historischen Aufnahmen: Adenauer, de Gaulle und Theodor Heuss ließen sich noch in den fünfziger Jahren mit offenen Autos aus Zwickau durch Menschenmassen kutschieren. „365 Orte der Ideen“ – Zwickau ist dabei in der Reihe mit dem Kölner Dom, die Goehte-Stadt Weimar und den Berliner Symphonikern gerückt. „365 Orte mit Ideen“ bilden nun auch einen tollen Reiseführer, der Gäste der Fußball-Weltmeisterschaft durch Deutschland begleiten soll. Die erste Auflage war in Sekunden vergriffen. Theo Stiegler

Von Horch 1903 in Reichenbach konstruierter Motor

Horch-Lkw aus der Zeit des 1.Weltkrieges

Blick in die Leipziger Straße der dreißiger Jahre

Nach dem 2. Weltkrieg war das Horchwerk zerbombt


Tankstelle aus den dreißiger Jahren

Audiwagen siegten zwischen 1912 und 1914 bei der österreichischen Alpenrundfahrt

"Darf's voll sein?"

Szene in der Leipziger Straße mit der Auslage eines Porzellangeschäfts der Zwickauer Firma Kästner-Porzellan.

Museumsdirektor Rudolf Vollnhals übernimmt persönlich die Führung.

Schaufensterauslage in der Straßenszene

Der "Sachsenring" war der letzte Versuch der Zwickauer, die alte Tradition repräsentativer Autos wieder aufzunehmen. Entwickelt und gebaut zwischen 1953 und 59

Von Ferdinand Porsche für die Auto Union konstruierter 16-Zylindermotor für die Rennwagen der Auto Union.

Achtzylinder Reihenmotor. Die Laufruhe der Motoren ist legendär. Ein Fünfmarkstück bleibt auf der hohen Kante auf dem Motorblock auch bei Betrieb des Motors stehen, wie erst jüngst zu Horchtreffen im Mai 2004 wieder demonstriert werden konnte.

P70, 1954 als erstes Auto der Welt mit Plastekarosserie in Serie gefertigt.

DKW-Motorrad 1928 - spendete den Motor für die F-Reihe

Legendärer DKW F1 Begründer der frontgetriebenen Zweitakter aus Zwickau. Wurde 1931 von Oscar Arlt und Walter Haustein auf Anweisung von Jörgen Skafte Rasmussen in der Zeit zwischen September und November konstruiert, stand im November farbereit auf der Straße.

Letzter Vertreter der F-Reihe der F9 war 1939 in der Entwicklung fertig, wurde nach dem Krieg erst in Zwickau und dann in Eisenach gefertigt

Laden aus den Dreißigern als Bestandteil Szene der Leipziger Straße

Originalgetreue Schaufensterdekoration

Straßenszene mit "DKW-Eildienst"

Cockpit eines Horch

Major Alexander Arkadjewitsch Seferianz ist vielen Zwickauern als fairer Kommandant in Erinnerung. 1947 führte der russische Major das warme Werksessen in den Automobilwerken ein, eine in der Hungersnot der Nachkriegsjahre keineswegs selbstverständliche soziale Leistung. Als Dienstauto stand dem Militärkommandanten ein Horch 930 S zur Verfügung. Fahrer Rudi Wohlrab hatte sich durch rasante Fahrweise dem Kommandanten empfohlen. Aus der Zeit der Militärkommandantur

Das Modell eines DKW F8 enthält ein Radio. Das Geschenk der Belegschaft an den Kommandanten aus dem Jahr 1947 blieb erhalten und steht heute als Geschenk des Sohnes von Major Seferianz ans Museum in der Ausstellung.

Der Prototyp des Trabant

Längsschnitt durch einen Trabant.

Für Paraden umgebauter Sachsenring - Repräsentant

Nach dem Krieg wurden Traktoren gebraucht, auch dies bewältigten die Zwickauer mit Bravour

P100 sollte 1961 in Serie gehen

1967 produktionsreifes Vollheckfahrzeug P603

1972 durchbrach die Trabantproduktion die Eine-Million-Grenze

Weiterentwicklungen zum Trabant hat es viele gegeben. Das Geld für den Bau haben die DDR-Oberen lieber für anderes ausgegeben. Günter Mittag, DDR-Wirtschaftsminister: "Für das Volk ist der Trabant gut genug."

In den Anfangsjahren brachte es der Trabant auch zu internationalen Ehren: Rallyesieger der Rallye Monte Carlo.

Repräsentativer Horchwagen der zwanziger Jahre.

Tankstellenszene mit einem Horch 480.


Trabantproduktion: Entnahme des fertig gepressten Trabantkotflügels, Aufnahme im April 1991.

Beschleifen der Duroplastteile

Anfügen der Plastebeplankung

Trabant der ersten Serie 1958


Erweiterte Ausstellung seit 28. September 2005

Sitzprobe im Audi Front 1939 - an dieser Stelle ist dies erlaubt

Halbfertige Karosserie einer Horch-Pullmann-Limousine

Originaler Prüfstand mit Wasserwirbelbremse und Horch-Achtzylinder-Motor

Blick in eine Werkstatt mit Zerspanungsmaschinen, die über Transmission angetrieben werden.




Pressemitteilung des August-Horch-Museums


Zwickau, den 17. Februar 2011 - Ein Werk lobt seine Meister – legendärer Silberpfeil an August Horch Museum Zwickau übergeben


originalgetreuer Nachbau eines Auto Union Rennwagens Typ C gibt Zeugnis von der Schöpferkraft der Zwickauer Automobilbauer
Ergebnis 7-jähriger ehrenamtlicher Arbeit ab sofort in der Dauerausstellung des August Horch Museums zu bestaunen

In festlichem Rahmen führte die Übergabe des Nachbaues eines legendären Silberpfeils der Auto Union am heutigen Abend seine Erbauer, eine Vielzahl Spender und Helfer sowie weitere Ehrengäste im August Horch Museum Zwickau zusammen. Gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß enthüllten der Präsident des Fördervereins des Museums, Dr. Rainer Albrecht, und Museumsgeschäftsführer Rudolf Vollnhals den Rennwagen, der ab sofort in der Dauerausstellung zu sehen ist. Das in 7-jähriger ehrenamtlicher Arbeit entstandene Fahrzeug dokumentiert zukünftig in der Traditionsstätte des Zwickauer Automobilbaues eine Ära, die den Namen der Stadt um die Welt getragen hat. Noch heute beeindrucken und begeistern die kraftvoll-rassigen Rennboliden, die den hohen Stand, die Innovationskraft sowie den Anspruch des sächsischen Fahrzeugbaues in Vergangenheit und Gegenwart beweisen.

Stolz steht er auf seinem Podest und läßt sich seit heute im Zwickauer August Horch Museum von allen Seiten bewundern: der Auto Union Rennwagen Typ C. 1936 gewann der damals zweitgrößte deutsche Automobilkonzern mit den 520 PS starken Boliden drei von fünf Großen Preisen, die Hälfte der Rundstreckenrennen und alle Bergrennen, bei denen sich das Unternehmen beteiligte. Über dreißig Weltrekorde stellte man mit den Wagen auf. Damit versetzten sie nicht nur Motorsportbegeisterte in Staunen – die Zwickauer Silberpfeile waren in aller Munde.

Leider konnte das August Horch Museum als Traditionsstätte des Zwickauer Automobilbaues keinen der Wagen sein eigen nennen. Eine bedeutende Ära, die den Namen der Stadt durch Siege und Rekorde um die Welt getragen hatte, ließ sich nicht sichtbar präsentieren. Aus diesem Grund faßte der Förderverein „Automobilmuseum August Horch“ im September 2003 den ehrgeizigen Beschluß, den Nachbau eines jener legendären Rennwagen des Typs C für das Museum zu realisieren, denn: „Das neu gestaltete August Horch Museum bleibt ohne die dauerhafte Ausstellung eines Silberpfeils der Auto Union ein Torso.“ Diese Aussage stammt von Dipl.-Ing. Rainer Mosig, der nicht nur Initiator war, sondern die Umsetzung des Vorhabens unmittelbar begann und es bis zur Fertigstellung leitete.
Sieben Jahre hat der Nachbau gedauert. Nun ist er da.



Die Voraussetzungen waren alles andere als gut. Da 1946 alle technischen Unterlagen, Bauteile und Fahrzeuge des Rennwagenbereiches der Auto Union AG als Reparationsleistungen in die UdSSR gebracht wurden und nicht mehr auffindbar sind, konnte ein Nachbau damit nicht gestützt werden. Von der Audi Tradition waren lediglich Zeichnungen zum Motor erhältlich.

Trotzdem und vielleicht auch gerade machte sich die Projektgruppe um Dipl.-Ing. Mosig ans Werk. Er war sich sicher, daß es möglich ist, an der Wiege jener herausragenden Rennfahrzeuge einen der Boliden wiedererstehen zu lassen: „Was unsere Vorfahren in den 30iger Jahren schafften, wird uns auch heute gelingen.“

Vorhandene, aber schlechte Kopien einzelner Bauteilzeichnungen aus den 1930er Jahren legte man schnell wieder beiseite. Weit bessere Ergebnisse brachte dann die Vermessung des von der Audi AG leihweise zur Verfügung gestellten Typ C, der zeichnerisch geradezu zerlegt wurde. Wichtige Erkenntnisse brachte ebenso die Inaugenscheinnahme des weitgehend original erhaltenen Fahrzeuges im Deutschen Museum in München. Für die Karosserie stand zudem ein Klopfmodell bereit, das schon den Nachbauten der Audi AG zur unverkennbaren Form verhalf. Darüber hinaus waren es die entsprechenden Fachbücher und eine Vielzahl historischer Fotografien. Natürlich war eine „Nachkonstruktion“ in 2 D und 3 D unumgänglich. Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß bisher kein vergleichbares Projekt bekannt ist, bei dem ein Fahrzeug auf dem technischen Stand der 1930iger Jahre mit modernen Konstruktionsmethoden erfaßt und dokumentiert wurde.


Ganz bewußt hat die Projektgruppe hierbei die Verbindung zwischen dem Gestern und Heute gesucht: Studenten aus den technischen Studiengängen der Westsächsischen Hochschule Zwickau, insbesondere der Fachrichtung Kraftfahrzeugtechnik konnten für das Vorhaben begeistert werden. Im Spektrum der Leistungsumfänge, einen Rennwagen mit technischer Höchstwertigkeit der Vorkriegsjahre mit den Methoden und Instrumentarien der modernen Automobilentwicklung zu erstellen, ergaben sich Herausforderungen für die Durchführung von Praktika und die Bearbeitung von Ingenieurbelegen für die Studenten. Theorie und Praxis verbanden sich in besonderer Weise und führten zu einem außergewöhnlichen Ergebnis.

Der komplizierte Nachbau des Rennwagens erfolgte in zwei Baustufen. Deren erste begann unmittelbar nach Geburt der Idee 2003, wie Rainer Mosig erläuterte.
Zunächst sollten Karosserie mit Chassisrahmen, Cockpit mit Instrumententafel und Sitz, Lenksäule sowie Wasser- und Ölkühler entstehen. Dies würde eine zwischenzeitliche Ausstellung auf Gestell und die Weiterführung durch Montage des Fahrwerkes in einer zweiten Baustufe ermöglichen.
Die erforderliche Fachkompetenz für den Karosseriebau konstruktiv und handwerklich, vor allem aber auch das notwendige Maß an Begeisterung für das höchst anspruchsvolle Projekt fand der Förderverein bei der Zwickauer Fahrzeug-Entwicklung Sachsen GmbH FES. Damit ergab sich zugleich die bemerkenswerte Konstellation, daß das Vorhaben auch örtlich der historischen Entstehungsgeschichte nahe rückte. Denn der Standort befindet sich auf dem Gelände der Horch Werke, in denen die Rennabteilung ansässig war. Unter anderem erfolgte hier unter Regie von Berto Schubert, Leiter des Karosseriebaues in der FES GmbH, die schrittweise Fertigung der Außenhautteile in Aluminium in Handarbeit durch berufserfahrene Karosserieklempner der Firma.

Zum 75. Jahrestag der Gründung der Auto Union am 29. Juni 2007 konnte der Rennwagen-Nachbau Typ C in seiner 1. Baustufe der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Er stellte einen Höhepunkt in der Sonderausstellung „Rennen, Siege und Rekorde“ im August Horch Museum dar. Restaurator Werner Zinke überraschte an diesem Tag mit der Übergabe der in seiner Firma gefertigten Wasser- und Ölkühler.

Die 2. Baustufe umfaßte Konstruktion, Bau und Montage des Fahrwerkes mit Vorder- und Hinterachse, Lenk- und Bremssystem, äußerer Getriebeschaltung, Gas- und Kupplungsbetätigung, Kraftstoff-, Wasser- und Ölkühlsystem. Sie umfaßte die beeindruckende Zahl von 465 mechanisch zu bearbeitenden Teilen, davon 38 Gussteilen mit hierzu erforderlichen 18 Gießformen, sowie 1517 Norm- und Kaufteilen.

Eine ursprünglich angedachte Weiterführung des Projektes in einer 3. Baustufe mit dem Bau eines Triebwerkes für den Fahreinsatz wird nicht erfolgen, weil die erforderlichen Mittel in Höhe von mindestens 1,2 Millionen Euro nicht gesichert werden können und auch der finanzielle Aufwand für jeden Fahreinsatz in Höhe von 50.000 bis 80.000 Euro vom August Horch Museum nicht abgedeckt werden könnten. Damit kann kein Effekt aus dem Nutzen zum Aufwand abgeleitet werden.

In der Dauerausstellung des Museums wird jedoch der erste gefertigte 16-Zylinder-Rennmotor vom Typ A gezeigt, der in seinem Aufbau und seiner Form dem Aggregat des Modells C entspricht. Er veranschaulicht eindrucksvoll, aus welchem Antriebssatz die Fahrzeuge ihre Leistung bezogen. Die nötige Geräuschkulisse muß man zudem nicht missen – der „infernalische“ Klang wird am Rennwagen simuliert.


Daß es dem Förderverein des August Horch Museums gelungen ist, einen Glanzpunkt der Geschichte des Zwickauer Automobilbaues mit Weltgeltung auf die Räder stellen zu können, verdankt er vielen Spenden in finanzieller und materieller Form, die vorwiegend regionale Unternehmen geleistet haben. Hinzu kommen viele ehrenamtliche Helfer, die ihre Freizeit für das Projekt opferten. Aber auch die Besucher des Museums haben durch manchen Euro in der Spendenkasse dazu beigetragen, daß nunmehr eine unschöne Lücke in der Präsentation geschlossen werden konnte.


August Horch Museum Zwickau gGmbH
Rudolf Vollnhals
Tel. (0375) 27 17 38 10
Fax (0375) 27 17 38 11
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