![]() Trabant P50 - noch trägt das Auto das Markenzeichen awz, wie Autowerke Zwickau für die vormaligen Audiwerke.
| ![]() Zweizylinder-Zweitaktmotor, das andere Markenzeichen des Trabis
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Der Auftritt des Trabant P50Der P50 wurde im Forschungs- und Entwicklungswerk Chemnitz unter der Leitung von Wilhelm Orth entwickelt. 1955 wurde die Entwicklung an das VEB Automobilwerk AWZ Zwickau übergeben. Auf der Grundlage der in Karl-Marx-Stadt geschaffenen Grundlagen wurden 1956 5 Prototypen gebaut und erprobt. Im Ergebnis der Vorstellung des P50-Modells vor dem Ministerrat im Jahr 1956 wurden weitere Änderungen für den P50 gegenüber dem P70 vorgeschlagen: • Die Entscheidung fiel für einen vollwertigen Viersitzer • Anstelle von Seilzugbremsen wurde für den P50 von Anfang an ein hydraulisches Bremssystem vorgesehen. Nur die Handbremse wirkte noch per Seilzug auf die Hinterräder. • Progressive-Federung • doppeIt wirkender Stoßdämpfer Durch die Gewinnung von Erkenntnissen aus dem neuesten technischen Stand der Fahrzeugentwicklung ergaben sich weitere Änderungen der Fahrzeugkonzeption: Gewicht 620 kg Leistung 18 PS Drehmoment 4,5 kpm bei 2500 U/min Leistungsgewicht 34,5 kg/PS Höchstgeschwindigkeit 90 km/h Die Überarbeitung der Karosserieform hatte zur Folge Änderung des Radstandes auf 2020 mm Verbesserung der Innenausstattung Die Trabanten trugen noch das AWZ-Logo auf der Motorhaube, ein Zeichen dafür, dass die Vereinigung der Zwickauer Automobilwerke AWZ, ehemals Audi, und Sachsenring, ehemals Horch, noch nicht erfolgt war. Ab dem 1. Mai 1958 gab es nur noch das Sachsenring Automobilwerke Sachsenring Zwickau und das geschwungene S als Emblem für Sachsenring.
Mit diesen Festlegungen entstand das Baumuster P 50 - II, das unter dem Namen Trabant zur Serienreife geführt wurde. Die neue Karosserieform für das Baumuster P 50 II wurde vom Karosseriekonstrukteur Ing. Walter Ende geschaffen. Einige wenige Autos hatten aus heutiger Sicht exklusive Karosserien, sie waren aus glasfaserverstärkten Polyester, wie heutige teure Sportwagen. Von den Versuchsauto wurden 5 Fahrzeuge gebaut, das erste war am 12.10 1956 fertig. • Versuchserprobung erfolgte auf dieser Basis. • Parallel erfolgte die technologische Vorbereitung der Nullserien- und der Serienproduktion. Die Formen für die Pressen zur endgültigen Herstellung der Duroplastelemente waren im Jahr 1957 noch in der Fertigung im Formenbau Schwarzenberg. Die Werkzeuge für die Pressen waren neu konstruiert worden. Der Werkzeugkonstrukteur Alfred Schädlich gilt als der Erfinder der Hartgussstahlformen, die bis zum Ende der Trabantproduktion im Jahr 1991 im Gebrauch waren. Für die P70 Karosserie wurden Formen aus Bronze mit eingefrästen Nuten für die Heizschlangen aus Stahlrohren verwendet. Als Gegenform am Pressenstempel wurde ein in der Form vulkanisierter Gummistempel verwendet. Das führt zwar dazu, dass die Innenseite der Plastformteile nicht glatt, sondern eine von kleinen Unebenheiten übersäte Fläche ist, was aber nicht wirklich stört. • Am 7. November 1957 wurde das erste von 50 Nullserienfahrzeugen gebaut. • Die Nullserie erstreckte sich bis zum März 1958. • Sie gab Gelegenheit, die konzipierte Technologie und neuen Fertigungseinrichtungen zu überprüfen. • Insbesondere galt dies für den Karosseriebau. • Die selbst tragende Karosserie, war zur damaligen Zeit eine völlige neue Bauweise im PKW Karosseriebau. • Für die Technologen, Fertigungsingenieure und Karosseriebaufacharbeiter war es ein völliges Neuland. • Diese Bauart stellte besondere Anforderungen hinsichtlich Fertigung der Blechpreßteile und deren Verschweißung. • Die notwendigen Fertigungsstraßen wurden neu geschaffen, mit automatischen Schweißgeräten und erforderlichen Aufbaueinheiten versehen. Auf Grund der besseren Ausrüstung wurde bereits zum Zeitpunkt der Nullserie das Bodenblech in den ehemaligen Horchwerken produziert. Am 1. Februar 1957 änderte auch der VEB Kraftfahrzeugwerk Horch, seinen Firmennamen in VEB Sachsenring Kraftfahrzeug- u. Motorenwerk Zwickau. Das Nebeneinander von zwei Automobilwerken in einer Stadt hatte zwangsweise zu einer Zersplitterung der Kräfte geführt. Am 1. Mai.1958 entstand aus dem VEB Automobilwerk AWZ Zwickau (ehemals Audi) sowie VEB Sachsenring (ehemals Horch) der VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau. Zum Werkdirektor wurde der Direktor des ehemaligen Horchwerkes Herbert Uhlmann berufen. Winfried Sonntag, ehemals Technischer Direktor bei Audi, wurde nun auch Technischer Direktor von Sachsenring und der ehemalige Technische Direktor von Horch, Werner Lang, wurde neuer Chefkonstrukteur von Sachsenring, eine Konstellation, die bis in die siebziger Jahre hielt. Die Belegschaft des Sachsenringwerkes war auf die Zahl von 8.000 Beschäftigten gewachsen. Am 10. Juli 1958 wurde die Serienproduktion des Trabanten aufgenommen. Im Jahr 1958 insgesamt wurden 1.730 Trabanten produziert. 1959 stieg die Zahl auf 20.060 und 1960 wurden 35.270 erreicht. Der tägliche Ausstoß wird von 35 auf 120 Fahrzeuge erhöht. Man findet in der Literatur verschiedene Zahlen. Winfried Sonntag, nach der Vereinigung der Zwickauer Automobilwerke zum VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau, Technischer Direktor, hat die produzierten Zahlen produzierter Trabanten akribisch aufgeschrieben.
Für die Herstellung eines Trabanten wurden am Anfang noch 400 Stunden benötigt. Die Arbeitsproduktivität stieg im Laufe der Jahre: 1962 waren es noch etwa 80 Stunden pro Limousine und 1976 waren noch 48,34 Stunden für die Herstellung einer Trabantlimousine nötig. So sehr sich auch das äußere Erscheinungsbild des P50 und des Zwischentyps P70 zunächst noch ähneln, unter der äußeren Karosseriehaut fand eine regelrechte Revolution im Automobilbau statt: Während der P70 noch ein separates Fahrgestell besitzt und die Konstruktion für die Befestigung der Kunststoffteile aus Holz besteht, weist der Trabant P50 die Merkmale modernster Karosseriekonstruktionen auf: Die Karosserie ist ein geschlossener Korpus aus Bodenblech und Gerippe, der in sich ein stabiles mechanisch selbst tragendes System bildet, an dem das Antriebsaggregat und die Fahrwerksteile angeschraubt werden. Eine Konstellation, die für die moderne Pkw-Produktion bis heute weltweit üblich ist. Aufbauend auf dem Bodenblech entsteht mit dem das Gerippe die selbst tragende Konstruktion an die die Beplankung der Kunststoffteile angeschraubt und angeklebt wird. So weit ein paar Ausschnitte aus dem Buch "Der Trabant wird 50!"
Vielleicht noch ein paar Kostproben ausgegrabener Quellen, die im Buch in voller Originallänge aus den Entstehungsjahren zitiert sind: |
![]() Winfried Sonntag war Technischer Direktor bei AWZ, unter seiner Leitung wurde der
Trabant P50 in Zwickau eingeführt
Ein frühes Bild: Der für die Entwicklung des Trabanten verantwortliche Oberingenieur Wilhelm Orth vom Fahrzeugentwicklungswerk Karl-Marx-Stadt mit Walter Ende, dem Konstrukteur des Trabanten in Zwickau und Winfried Sonntag, damals Technischer Direktor des Automobilwerkes Zwickau.
Ein Bild aus der Anfangszeit: Die Karosserien wurden auf Schienen per Hand weiter geschoben. Der Anfang einer Serienproduktion am Band. Die Produktion auf Montagebändern wurde übrigens in der Pkw-Herstellung 1914 vom Amerikaner Henry Ford mit dem legendären T-Modell eingeführt
Die Basis der selbst tragenden Karosserie des P50 ist das Bodenblech.
Der Fahrschemel des Trabanten fasst Motor, Getriebe, Federung und Antriebe zusammen. Deutlich sind die zwei Flansche im Vordergrund zu sehen, die mit sechs Schrauben den Fahrschemel mit der Karosserie verbinden.
Das Gerippe, hier schon die Aufnahme des späteren 601er, ist fest mit dem Bodenblech verschweißt und bildet den tragenden Korpus für die Beplankung mit dem Kunststoff und den Anbau der Türen. Ganze 32 Kilogramm wiegen die Kunststoffteile der Karosserie, die aber das gesamte äußere Erscheinungsbild des Trabis bestimmen
Ein Prospekt aus dem frühen Sechszigern zeigt die Sitzverhältnisse in der Limousine des P50.
Die Innenmaße des Trabant P50 im Jahr 1958
Vor allem musste auch für die Herstellung der Plaste Neuland im Karosseriebau beschritten werden. Im Bild ist eine Anlage zur Herstellung des Vlieses als Ausgangsprodukt für die Kunststoffpresslinge zu sehen.
Im Februar 1958 war es endlich so weit: Die Zeitschrift „Jugend und Technik“ stellt den Trabant der Öffentlichkeit vor.
1. Auftritt des Trabanten auf der Leipziger Herbstmesse 1958.
In Eisenach wurde in den fünfziger Jahren gleichzeitig mit der Entwicklung des Trabanten in Zwickau der Typ „Wartburg“ 311 entwickelt und herausgebracht. Im Bild ein gut erhaltenes Exemplar zur Rallye Sachsen Classic 2005 auf dem Zwickauer Kornmarkt.
Mit dem 1. Mai 1958 entstand aus den zwei Zwickauer Automobilwerken - Automobilwerk Zwickau, AWZ, vormals Audi, und dem
Sachsenring Automobilwerk, vormals Horch - nunmehr der VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau.
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Der Trabi wird 50