Parade der schönsten Horch, Wanderer und Audi in der Stadt August Horchs aufgestellt zum Start zur 3. Rallye Sachsen Classic. Im Vordergrund mit Startnummer 23 der Wanderer W250 aus dem Jahr 1935 und der Horch 930 V Caprio aus dem Jahr 1939 Foto: Stiegler
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Promis ganz im VerborgenenSachsen Classic erreicht unter Oldtimerfreunden SpitzenplatzZwickau, 26. September 2005. „Warum bist Du denn jetzt schon darüber gefahren!?“ Das Rad des Lufthansabusses Volkswagen Typ 2 aus dem Jahr 1964 ist eine Sekunde vor der Zielzeit über den Messschlauch der Zeitkontrolle an der Wertungsprüfung der Rallye „Sachsen Classic“ im sächsischen Sebnitz gefahren. Eine Sekunde zu schnell, das gibt 100 Strafpunkte. 100 Meter in dreißig Sekunden zu fahren, heißt nicht schnell zu sein, sondern präzise genau die Zeit einzuhalten. Hermine Beilharz ist empört, ihr Fahrer Knut Simon sieht’s gelassen. Der Autojournalist fährt mehr zum Spaß und zum Erkenntnisgewinn. Hermine dagegen brennt vor Ehrgeiz. 30 Jahre ist sie Stewardess bei der Lufthansa gewesen und der Bus in den Farben Blau-Ocker ist ihr um so mehr eine Verpflichtung. - ![]()
Volkswagen Rometsch "Lawrenz" coupe aus dem Jahre 1959. - Prominente Mitfahrerin am Freitag war Jutta Kleinschmidt,
Rallyesiegerin der Paris Dakar hier gemeinsam mit den Gewinnern der Paris Dakar 1980 Gerd Löffelmann und Freddy Kottulinsky vor dem August Horch Museum in Zwickau. Natürlich
hatte Jutta Kleinschmit ihren Touareg dabei. Löffelmann und Kottulinsky fuhren diesmal mit dem VW-Iltis, ihren Siegerauto von 1980, fast, das Original steht im Museum und bleibt da auch..
Professor Carl H. Hahn, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, zeigte sich ganz volksnah in Zwickau. Gespräche und Autogramme für interessierte Bürger, kein Problem am Startag der Rallye Sachsen Classic. - Renault Grand Prix auf Hartgummireifen und Holzfelgen aus dem Jahr 1907 hier schon auf der Augustusburg, Fahrer Wolfgang Auge und Wolfgang Krämer
Fast profimäßig sind die alten Hasen in dem Feld der Old- und Youngtimer von Baujahr 1907 bis 1985 auf die Fahrt vorbereitet.
Ein Tag ging's rund um Zwickau, am zweiten Tag von Zwickau übers Erzgebirge nach Freiberg und am dritten von
Freiberg über die Tschechei nach Dresden. Das waren die zu absolvierenden Strecken auf traumhaft schönen Bergstraßen.
Grund für die Ferrari-, Masarati-, Porsche-Fraktion sich zu freuen, auch mal richtig Kurven bergauf und –ab zu fahren und
die Motoren röhren zu lassen. Überall waren die Straßenränder mit Fans gesäumt. Die hatten sich bei den schönen Wetter gut auf die Rallye
eingerichtet: Campingstühle und Kaffeetische wurden kurzerhand an die Strecke geräumt. In Freiberg mussten die Ordnungshüter
behutsam die Strecken frei räumen, damit die Autos überhaupt auf dem Markt gelangen konnten.
Die Begeisterung erreichte Höhepunkte in der Tschechei, dort feiert man gleichzeitig 100 Jahre Skoda, und die Veranstalter hatten dem
Rechnung getragen, das Spitzenfeld des173 Oldtimer langen Fahrzeugkonvois bildeten historische Fahrzeuge aus Mlada Boleslaw.
In Krasna Lipa feierte die Bevölkerung die Rallye als Volksfest und beinah platzt die Sonderprüfung durch zu starken Zulauf der Massen,
der Markt ist überfüllt von Fähnchen schwingenden Menschen.
Oliver Nickel und Susanna Meyer auf ihren Willys Overland aus dem Jahr 1944 sind das Team, mit den sichersten Gefühl für die Anforderungen
an genaues Fahren. Sie werden am Ende in Dresden in der Gläsernen Manufaktur
den Gesamtsieg abräumen. Da haben sie unterwegs auf solche Kleinigkeiten geachtet, wie:
Einfahrt der Rallye Sachsen Classic auf dem Markt von Krasna Lipa. - Gratulation für die Gesamtsieger der
Rallye Oliver Nickel und Susanna Meyer durch Horst Beilharz, Vorsitzender der Stiftung Volkswagen Automobilmuseum. Links im Bild der Chefredakteur der Motor Klassik, Malte Jürgens.
Folger Weißgerber, langjähriger Chef der Marke Volkswagen und Petra Zeltner bilden ein starkes Team, leider hat sie diesmal die Defekthexe weit nach hinten geworfen.
Mehrere technische Ausfälle warfen das Team Weißgerber/Zeltner am Freitag weit zurück. „Macht nichts“, sagte Weißgerber zur Abschlussgala
am Sonnabend Abend in der Gläsernen Volkswagen Manufaktur in Dresden, „nächstes Jahr greifen wir wieder an!“
Auch Professor Carl H. Hahn hat Spaß an der Sache gewonnen. Am Donnerstag war der Zwickauer Ehrenbürger und langjährige Chef der
Volkswagen AG begehrter Autogrammschreiber auf dem Zwickauer Hauptmarkt. „Für mich verbinden sich besonders viele
Erinnerungen an Zwickau“, sagt Hahn. „Ich freue mich sehr über die Entwicklung der Stadt Zwickau. Wenn meine Mutter in den dreißiger
Jahren mit dem Auto nach Berlin fuhr, dann schämte sie sich immer ein wenig wegen des dreckigen Autos. Zwickau war, glaube ich,
damals eine der dreckigsten Städte in Deutschland. Kohlenförderung und Kokereien ließen alles unter Schmutz versinken.
Heute ist die Stadt ein Schmuckstück, und die Menschen können stolz darauf sein“, sagte Hahn, dessen Vater in den dreißiger
Jahren zu den Gründern der Auto Union in Sachsen gehörte.
Hahn stieg am Donnerstag zu dem Automobilhistoriker Professor Peter Kirchberg in den Horch 930 V Cabrio, um mit dem
Buchautor in Richtung Volkswagen-Mechatronik in Stollberg zu starten.
Dort wartete die erste Wertungsprüfung des Tages auf die Rallyeteams. Zwei Strecken waren in Stollberg mit genau vorgeschriebener
Zeit zu durchfahren. | ||
![]() Nach über fünfhundert Kilometern geschafft, der Lufthansa VW Bus vor der Gläsernen Manufaktur in Dresden.
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