125 Jahre Wanderer aus Chemnitz

siehe auch Automobilmuseum August Horch und - 100 Jahre Automobile aus Zwickau oder Odyssee eines Horch 480 - zur offiziellen Museumsseite - Karosseriebauer Kurt Berge, 100 Jahre alt und 50 Jahre Karosseriebauer bei Gläser, besucht das Museum - Alle Auto Union Silberpfeile anlässlich 75 Jahre Auto Union im Automobilmuseum - 75 Jahre Frontantriebe aus Zwickau
- siehe auch Ausstellung "Horch ein Audi" und weitere Termine im Automobilmuseum "August Horch"
- 50 Jahre Trabant
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Wanderer W 25 K Roadster (1936)
Zwei Jahre nach der Gründung der Auto Union AG beschloss der Vorstand ein abgestimmtes Programm für alle vier Marken, das auch jedem Unternehmen einen sportlichen Roadster zudachte. Der Horch- und Wanderermotor sollte als besonderes Attribut ein Rootsgebläse erhalten. 1935 zur IAMA in Berlin wurde aus dem geplanten Quartett nur ein Trio. Technische Probleme mit dem 2 Liter Kompressormotor und das völlig ungeeignete Fahrgestell der Porsche Baureihe verschoben die Präsentation auf den Februar 1936. Dafür auserkoren hatte man das Chassis des W 24 mit Einzelradaufhängung und hinterer Schwebeachse. Sorgenkind blieb auch weiterhin der Motor mit seiner unzureichenden Gemischbildung. Immer wieder zu Ausfällen führte auch die hohe Drehzahl des Rootsgebläses (9.200 U/min). Trotz seiner technischen Probleme, wozu auch das kompliziert zu schaltende Sportgetriebe gehörte, fand dieser elegante und rassige Wagen begeisterte Anhänger im In- und Ausland. Allerdings war die Porschekonstruktion leistungsmäßig am Ende angelangt und für künftige Entwicklungen nicht mehr nutzbar. Die Programmgestaltung sah deshalb vor, 1939 ein adäquates Modell mit dem W 23 Motor auf den Markt zu bringen, ein Ziel das nicht mehr zu verwirklichen war – der W 25 K verschwand in der Versenkung ohne einen Nachfolger.
Foto: Museum

„Ein Wanderer und kein Anderer“

- Sonderausstellung zur 125jährigen Unternehmensgeschichte der Sächsischen
Wanderer Werke 2010 im August Horch Museum

Presse-Information des August-Horch Museums

Zwickau, 09. Juli 2010

Zur Eröffnung der Sonderausstellung „Ein Wanderer und kein Anderer“ im Juli 2010 konnte der Geschäftsführer des August Horch Museums, Rudolf Vollnhals, zahlreiche Gäste, darunter Oberbürgermeisterin, Frau Dr. Findeiß, begrüßen. Der durch umfangreiche Veröffentlichungen bekannte Wanderer-Experte, Thomas Erdmann, hielt den Einführungsvortrag und zeigte dabei den Eröffnungsgästen viele interessante Neuigkeiten aus der Wanderer-Geschichte auf.

Hintergründe und szenische Darstellungen bieten im August Horch Museum auch dauerhaft den würdigen Rahmen für Modelle der Wandererwerke. Vom 10. Juli bis Mitte Dezember 2010 wird der nunmehr 125jährigen legendären Marke sogar eine Sonderausstellung gewidmet, waren sie doch durch den Verbund der Auto Union eng mit der Zwickauer Historie verknüpft. So sehen die Besucher des August Horch Museums in den nächsten Monaten eine faszinierende Mischung aus der traditionsreichen Geschichte - von der ältesten Continental Schreibmaschine, über ein Hochrad von 1886 bis hin zum legendären Wanderer Puppchen - und vieles mehr, selbstverständlich immer mit besonderem Akzent auf die Fahrzeugsparte und deren enge Verbindung zum Zwickauer Automobilbau.

„Ein Wanderer und kein anderer!“, war eine Feststellung, bei der sich Hersteller und Autobesitzer ohne Zweifel einig waren, obwohl der Kraftwagen erst spät ins Geschäftsfeld der Wanderer Werke gerückt war. Denn das vor 125 Jahren von Johann Winklhofer und Adolf Jaenicke gegründete Unternehmen begann seinen Weg zur Weltfirma auf zwei Rädern – als Chemnitzer Velociped-Depot. Überliefert ist, dass, da diese Bezeichnung vom französischen vélocipède = „Schnellfuß“ abstammt, und man mit den damals neuartigen Rädern schneller war als zu Fuß, auch die Markenbezeichnung „Wanderer“ herrührt. In nur drei Jahrzehnten dehnte man das Geschäftsfeld von Fräsmaschinen über Motorräder, Continental Schreib- und Rechenmaschinen bis zum Automobil aus. Gleich das erste – als „Puppchen“ berühmt geworden – galt als zuverlässigster Kleinwagen seiner Zeit. Auch wenn man sich später von den Motorrädern und Automobilen trennte, sind doch erstere Grundlage der Marke Jawa, letztere des erfolgreichen Mittelklassesegments der Auto Union AG gewesen.

Für das August Horch Museum Grund genug, wurden die folgenden Exponate in der neuen Sonderausstellung gezeigt
a) Hochrad (1886/90)
b) Einfach-Fräsmaschine Nr. 1 (um 1900)
c) Continental Schreibmaschine (1904)
d) Wanderermobil Zweisitzer (Prototyp) (1906)
e) Motorrad Wanderer 3 PS (1910)
f) Wanderer W3 „Puppchen“ (1914)
g) Continental Addier- und Subtrahiermaschine (1919)
h) Wanderer 2,7 PS Rennmaschine (1924)
i) Wanderer W 8 Phaeton (1926)
j) Wanderer W 11 Limousine (1930)
k) Continental-Silenta-Schreibmaschine (nach 1934)
l) Continental Buchungsmaschine Modell 1301 (1935 - 1940)
m) Wanderer W 25 K Roadster (1936)
n) Wanderer-Rennrad Modell 7 (1936)
Abgerundet wird das Ausstellungsspektrum durch Kleinexponate, wie beispielsweise eine Versandkiste, wie sie von 1920 bis 1935 typisch als Verpackungseinheit für den Büromaschinenverkauf im In- und Ausland eingesetzt wurde, oder ein Tabellenschieber von 1935, mittels derer Drehzahl und Vorschub beim Fräsen gebräuchlicher Werkstoffe ermittelt wurden.

Geöffnet hat das August Horch Museum jeweils Dienstag bis Sonntag von 9.30 bis 17.00 Uhr, Montag ist geschlossen. Führungen können telefonisch unter (0375) 27 17 38 12 bestellt werden.

August Horch Museum Zwickau GmbH
Tel. (0375) 27 17 38 0
a) Hochrad (1886/90)
Mit dem Bau von Hochrädern, vornehmlich aus englischen Kaufteilen, begann 1885 die Produktion. Hochräder waren von 1870 bis 1890 beliebt, ermöglichten sie doch höhere Geschwindigkeiten, jedoch um den Preis schwierigerer Balance. In der Ausstellung befindet sich eine Leihgabe von Herrn Michael Gramer, Unitech GmbH, Chemnitz.

b) Einfach-Fräsmaschine Nr. 1 (um 1900)
Die effiziente Massenfertigung von Fahrrädern bedurfte eines entsprechenden Maschinenparks, wobei besonders die Universalfräsmaschine günstige Möglichkeiten bot, die teuere Handarbeit zu ersetzen. Das zweite Standbein, der Fräsmaschinenbau, entstand damit aus dem eigenen Bedarf heraus, denn der deutsche Maschinenbau hinkte hinter den marktbeherrschenden amerikanischen Modellen hinterher. Die Wanderer-Werke setzten demzufolge ab 1898 die Priorität auf den Fräsmaschinenbau mit den dazugehörigen Vorrichtungen und Werkzeugen. Das Programm umfasste Konsolfräsmaschinen, Gewinde-, Stirnrad und Rundfräsmaschinen, sowie Fräser und Fräserschleifmaschinen. Mit dem Einzug des Schnellschnittstahles (1900) ergaben sich weitaus effektivere Zerspanungsvorgänge. Mit den höheren Schnittleistungen wurden auch die Maschinen kompakter und Rädervorgelege ermöglichten die Steigerung der Drehzahlen und Vorschübe. Weitere Leistungssteigerungen wurden möglich, nachdem die Krupp – Widia Stähle den Markt eroberten. Dafür entwickelte Wanderer stärkere Maschinen mit Einzelmotor und Hydraulikantrieb. Hinzu kamen 1932 Lang- und Kurzgewindefräsmaschinen. Obwohl die Präsenz der Amerikaner sehr stark war, konnten die Wanderer-Werke ihren Export nach Japan und die europäischen Länder stark ausbauen und sich damit einen festen Platz unter den führenden Weltfirmen sichern. Das ausgestellte Modell zeichnet sich durch Riemenantrieb, sowie eine Stufenscheibe für Haupt- und Tischantrieb aus. Es wird ebenfalls von Herrn Michael Gramer, Unitech GmbH, Chemnitz beigesteuert.

c) Continental Schreibmaschine (1904)
1904 begann die Schreibmaschinenproduktion. Das ausgestellte Exemplar mit der Seriennummer 51 ist das älteste bekannte und markiert den Beginn der Serienfertigung. Es wird von Herrn Reinhold Schubert aus Hartmannsdorf für die Sonderausstellung zur Verfügung gestellt.

d) Wanderermobil Zweisitzer (Prototyp) (1906)
Ein Jahr nach Aufnahme der Motorradfertigung in Schönau erhielt der Werkzeugmaschinenkonstrukteur Richard Schulze den Auftrag zur Entwicklung eines Kleinwagens mit Einzylindermotor. Nach den ersten unbefriedigenden Fahrversuchen erwog der Vorstand eine Lizenznahme ohne klare Vorstellungen. Messebesuche, die Kontaktierung anderer Hersteller und der Erwerb eines „Oldsmobils“ waren weitere Schritte zur eigenen Identitätsfindung, die R. Schulze im Frühjahr 1905 zu einer Zweizylinderkonstruktion veranlassten, um die lästigen Vibrationen des Vorgängers auszuschalten. Neu war dabei auch der Kardanantrieb, mit dem bereits August Horch gute Erfahrungen sammeln konnte. Die Fertigstellung hingegen zog sich hin bis in den Herbst 1906. Ein Jahr darauf entschied der Vorstand, alle Versuchs-arbeiten infolge fehlender Kapazitäten vorerst einzustellen und das erste brauchbare Funktionsmuster zu verkaufen. Dieses überlebte die Wirren der Zeit und gehört seit 50 Jahren als originales Unikat zum Bestand des Dresdner Verkehrsmuseums.
Motor: Zweizylinder in Reihe stehend
Hubraum: 1870 ccm
Leistung: 12 PS bei 1200 U/min
Kraftübertragung: Kardanwelle
Getriebe: 3 Gang Zahnradgetriebe mit Kulissenschaltung
Radstand: 2130 mm
Gesamtmaße: 3150 x 1550 x 2000 mm
Gewicht: 600 kg
Geschwindigkeit: 40 km/h
Bauzeit: 1906
Produktion: 1 Funktionsmuster
Preis: 4.500.- M
Leihgabe: Verkehrsmuseum Dresden


e) Motorrad Wanderer 3 PS (1910)
Mit der Einführung dieses Modells entsprachen die Wanderer-Werke den Wünschen der Kundschaft nach einem Motorrad, das bei möglichst geringem Gewicht einen höheren Geschwindigkeitszuwachs erlaubte, als das leichte 1,5 PS-Modell. Fortschrittlich daran war vor allem die Hinterrahmenfederung, für die Wanderer Gebrauchsmusterschutz erhielt. Verbessert wurde auch die Vergaserbetätigung durch den Austausch der Gestänge gegen Bowdenzüge. Erhältlich war dieses Modell mit der Zweigang-Kupkescheibe, einer direkt von der Kurbelwelle angetriebenen Doppelübersetzung, die sich günstig auf die Bergsteigfähigkeit auswirkte. 1913 änderte man die Rahmenkonstruktion und verbesserte damit die Schwerpunktlage. Ein Jahr später erhielt die Maschine eine Doppelübersetzung, eine langlebigere Wälzlagerung und eine vollautomatische Kolbenpumpenschmierung. Durch die Vielzahl der Bedienelemente war der Betrieb der Maschine und besonders die Ingangsetzung eine recht komplizierte Angelegenheit und erforderte vom Fahrer ziemlich gute Kenntnisse über die Baugruppen und deren Funktion. Das 3 PS-Modell bewährte sich in der Praxis außerordentlich gut und war zu seiner Zeit das fortschrittlichste und auch international bedeutendste Modell der Wanderer Werke. Auch bei motorsportlichen Einsätzen konnten Erfolge erzielt werden.

f) Wanderer W3 „Puppchen“ (1914)
Im März 1913 konnte die Automobilabteilung der Wanderer-Werke mit der Produktion des ersten Serien-wagens beginnen, der ursprünglich eine Lizenznahme von Bugatti werden sollte, aber aus wirtschaftlichen Erwägungen dann doch im eigenen Haus entstand. Am 5. 3. 1911 fiel dazu die Entscheidung, und im selben Jahr fanden die ersten Versuchsfahrten erfolgreich statt. Typisch für diesen Kleinwagen war die bis 1917 praktizierte Tandemanordnung der beiden Sitze. Ab 1913 lieferte Wanderer auch eine Ausführung „N“ mit nebeneinander angeordneten Sitzen. Der I. Weltkrieg bescherte dem Unternehmen zunächst drastische Absatzeinbrüche, später erkannte aber auch das Militär dessen Vorzüge.
„Wir hatten einen ganz niedlichen, kleinen Wagen im Auge, kleiner als alle bisher gebauten Wagen, niedrig im Anschaffungspreis, sparsam im Benzin-, Gummi- und Ölverbrauch, anspruchslos im Platzbedarf, aber großen Wagen gleich an Schnelligkeit und im Nehmen von Steigungen“, schrieb Winklhofer später.
In Anlehnung an die 1910 uraufgeführte Operette „Die keusche Susanne“ von Jean Gilbert mit dem Evergreen "Puppchen, du bist mein Augenstern", wurde das zierliche Auto nach einer Aufführung in Chemnitz vom Volksmund Puppchen genannt.
Motor: Vierzylinder in Reihe
Hubraum: 1222 ccm
Leistung: 15 PS bei 1800 U/min
Kraftübertragung: Gelenkwelle im Hüllrohr
Getriebe: 3 Gang Zahnradgetriebe mit Kulissenschaltung
Radstand: 2350 mm
Gesamtmaße: 3500 x 1300 x 1900 mm
Gewicht: 500 kg
Geschwindigkeit: 70 - 75 km/h
Verbrauch: 9 – 10 Liter / 100 km
Bauzeit: 6/1914 – 5/1919
Produktion: 3.300 Stück
Preis: 3.800.- M
Leihgabe: AUDI AG Ingolstadt




g) Continental Addier- und Subtrahiermaschine (1919)
Erste Versuche zur Herstellung solcher Maschinen gehen auf das Jahr 1909 zurück. Leitender Konstrukteur war John E. Greve, der spätere Gründer der Astrawerke AG, Chemnitz, dem Hauptkonkurrenten der Wanderer-Werke im Büromaschinenbau.
h) Wanderer 2,7 PS Rennmaschine (1924)
Die Maschine stellte den Höhepunkt der Wanderer-Motorradentwicklung dar. Der Motor verfügte über 4 Ventile pro Zylinder. Im Vergleich zur Serienmaschine wurde der Hubraum vergrößert und das Fahrwerk radikal überarbeitet. Dazu zählte u.a. ein verkürzter Rahmen, die geänderte Vordergabel und leicht demontierbare Schutzbleche. Oft wurden die Maschinen auf eigener Achse zu den Rennen gefahren, und vor Ort nicht rennwichtige Teile, wie Kotflügel und Lichtanlage, demontiert. Auf einer dieser Maschinen errang Werksfahrer Albert Schuster den größten Einzelerfolg für Wanderer, als er 1924 Deutscher Bahn- und Straßenmeister in seiner Klasse wurde. Allein im Jahre 1924 errangen die Privatfahrer Kornmann, Eickhorn, Böttcher, Schirmer, Haberl, Urban und Schulz bei 11 Rennen in 4 Ländern erste Preise. Nach einem Unfall bei der österreichischen TT zog sich Wanderer vom Rennsport zurück.
Motor: Zweizylinder Viertakt V Motor
Hubraum: 750 ccm
Leistung: 5,4 PS
Kraftübertragung: Kette
Getriebe: Dreigang
Radstand: 1300 mm
Gesamtmaße: 1900 x 880 x 1000 mm
Gewicht: 110 kg
Geschwindigkeit: 145 km/h
Verbrauch: 10 Liter / 100 km
Bauzeit: 1923 – 1924
Produktion: 10 – 15 Stück
Leihgabe: Sächsisches Fahrzeugmuseum Chemnitz

i) Wanderer W 8 Phaeton (1926)
Die Scheinblüte der Inflation führte anschließend zu verschärften Wettbewerbsbedingungen, denen die Wandererwerke begegneten, indem sie 1921 in Siegmar ein neues Werk mit modernster Fertigungs-technologie bauten. Die Fertigung des Modells „Puppchen“ verblieb in Schönau und mutierte zum Typ W 8 mit Retuschen an der Karosserie und Installierung einer elektrischen Ausrüstung. Diese Verjüngungskur belebte den Absatz und sorgte weltweit für zufriedene Kunden. In dem Bestreben nach weiteren Verbesserungen wurde im Oktober 1924 aus dem Zwei- ein Viersitzer, der auch dank des modernen OHV Motors (engl. Overhead valves für obenliegende Ventile) und einem verbesserten Fahrgestell zu sportlichen Ehren kam. Mit modern gestalteten Karosserien und dem Einbau einer Vierradbremse lagen die Wandererwerke Mitte der 20er Jahre im Trend der Zeit. Allerdings bedeutete die Übersiedlung der Automobilfertigung in das neue Werk auch das Ende für die Produktion des W 8. Damit endete eine besondere Erfolgsgeschichte im deutschen Automobilbau und die Abkehr vom Kleinwagen.

Motor: Vierzylinder in Reihe
Hubraum: 1307 ccm
Leistung: 20 PS bei 2000 U/min
Kraftübertragung: Gelenkwelle im Hüllrohr
Getriebe: 3 Gang Zahnradgetriebe mit Kulissenschaltung
Radstand: 2400 mm
Gesamtmaße: 3850 x 1300 x 1750 mm
Gewicht: 850 kg
Geschwindigkeit: 80 km/h
Verbrauch: 8 Liter / 100 km
Bauzeit: 3/1925 – 3/1927
Produktion: 3.500 Stück
Preis: 6.265.- M
Leihgabe: Eigentum August Horch Museum Zwickau


j) Wanderer W 11 Limousine (1930)
Die Aufhebung der Zollschranken (1925) gestattete besonders den amerikanischen Firmen, auf den deutschen Markt vorzudrängen und zwang die deutsche Konkurrenz zur Rationalisierung und einem angepassten Typenprogramm. Wanderer antwortete darauf sehr zukunftsorientiert mit einem modernen neuen Werk in Siegmar und einem Sechszylindermodell, dem W 11. Dazu wurde das Basismodell W 10 um 2 Zylinder aufgestockt. 50 PS Leistung aus einem elastischen Triebwerk entsprachen den von Amerika diktierten Käuferwünschen nach erhöhtem Fahrkomfort. 1928 begann in Siegmar die Produktion mit zunächst 3 Ausführungen, die bereits Hydraulikbremsen besaßen. Bis September 1932 entstanden dort 13 verschiedene Karosserievarianten, gefertigt von 15 Karossiers. Wanderer selbst fertigte nur die Touren-wagenkarosserie und stellte 1929 den Karosseriebau gänzlich ein. Mit großem Aufwand warb das Unternehmen für dieses Modell auf den Automobilausstellungen und Schönheitskonkurrenzen und fand dafür ungeteilte Bewunderung. Trotz ständiger Verbesserung in Technik und Design führte 1932 unter den wirtschaftlichen Gegebenheiten die neue Modellgeneration mit Ferdinand Porsche zum Ausstieg aus der Luxusklasse.

Motor: Sechszylinder in Reihe
Hubraum: 2540 ccm
Leistung: 50 PS bei 3000 U/min
Kraftübertragung: Rohrwelle mit Hardyscheiben
Getriebe: 3 Gang Zahnradgetriebe
Radstand: 3000 mm
Gesamtmaße: 4500 x 1720 x 1850 mm
Gewicht: 1500 kg
Geschwindigkeit: 100 km/h
Verbrauch: 15 Liter / 100 km
Bauzeit: 10/1928 – 9/1932
Produktion: 5.070 Stück
Preis: 7.995.- M
Leihgabe: Eigentum August Horch Museum Zwickau


k) Continental-Silenta-Schreibmaschine (nach 1934)
1934 führten die Wanderer-Werke die erste – in Eigenwerbung „geräuschlose“ Schreibmaschine ein. Grund dafür waren Messungen in den 1920er Jahren, bei denen bei herkömmlichen Schreibmaschinen ein Geräuschvolumen von 55 bis 60 dB auftrat. Bis 1943 wurden fast 770.000 Silentas hergestellt. Aufgrund der aufwendigen Herstellung und fehlender Materialien, vornehmlich hochwertigen Stahls, kam es nach dem Krieg nicht wieder zur Produktionsaufnahme. Das Sächsische Industriemuseum in Chemnitz ist Leihgeber dieses Modells.

l) Continental Buchungsmaschine Modell 1301 (1935 - 1940)
Aus Addier- und Subtrahiermaschinen entstanden, durch den Zusatz einer Saldiereinrichtung, Buchungsmaschinen. Je nach Einsatzgebiet mussten solche Maschinen in verschiedenen Ausführungen geliefert werden. Das ausgestellte Modell ist eine Duplexmaschine mit einem Saldier- und einem Addierwerk sowie einem elektrischem Wagenrücklauf, und wurde für Material- und Lohnbuchhaltung eingesetzt.

m) Wanderer W 25 K Roadster (1936)
Zwei Jahre nach der Gründung der Auto Union AG beschloss der Vorstand ein abgestimmtes Programm für alle vier Marken, das auch jedem Unternehmen einen sportlichen Roadster zudachte. Der Horch- und Wanderermotor sollte als besonderes Attribut ein Rootsgebläse erhalten. 1935 zur IAMA in Berlin wurde aus dem geplanten Quartett nur ein Trio. Technische Probleme mit dem 2 Liter Kompressormotor und das völlig ungeeignete Fahrgestell der Porsche Baureihe verschoben die Präsentation auf den Februar 1936. Dafür auserkoren hatte man das Chassis des W 24 mit Einzelradaufhängung und hinterer Schwebeachse. Sorgenkind blieb auch weiterhin der Motor mit seiner unzureichenden Gemischbildung. Immer wieder zu Ausfällen führte auch die hohe Drehzahl des Rootsgebläses (9.200 U/min). Trotz seiner technischen Probleme, wozu auch das kompliziert zu schaltende Sportgetriebe gehörte, fand dieser elegante und rassige Wagen begeisterte Anhänger im In- und Ausland. Allerdings war die Porschekonstruktion leistungsmäßig am Ende angelangt und für künftige Entwicklungen nicht mehr nutzbar. Die Programmgestaltung sah deshalb vor, 1939 ein adäquates Modell mit dem W 23 Motor auf den Markt zu bringen, ein Ziel das nicht mehr zu verwirklichen war – der W 25 K verschwand in der Versenkung ohne einen Nachfolger.

Motor: Sechszylinder in Reihe mit Kompressor
Hubraum: 1963 ccm
Leistung: 85 PS bei 4000 U/min
Kraftübertragung: Rohrwelle mit Metallgelenken
Getriebe: 4 Gang Horchgetriebe
Radstand: 2650 mm
Gesamtmaße: 4360 x 1670 x 1390 mm
Gewicht: 1175 kg
Geschwindigkeit: 145 km/h
Verbrauch: 19 - 20 Liter / 100 km
Bauzeit: 2/1936 – 7/1938
Produktion: 104 Stück
Preis: 6.800.- RM – 7.950.- RM
Leihgabe: AUDI AG Ingolstadt


n) Wanderer-Rennrad Modell 7 (1936)
Solange Wanderer Fahrräder baute war auch stets ein Rennrad im Programm. Diese Maschine im typischen Wanderer-Grün mit weißem Strahlenkopf kostete ca. 100 Reichsmark plus 15,- Aufpreis für die Schaltung. Für diesen stolzen Preis bekam der Sportler ein konkurrenzfähiges Rennrad wie die Siege in der deutschen Mannschaftsmeisterschaft von 1933 bis 1936 zeigen. Das Modell 7 zeichnet sich durch Holzfelgen und Torpedo-Dreigangschaltung aus. Es wird zur Verfügung gestellt durch Herrn Kay Schulze, Chemnitz.

Wanderer W 8 Phaeton (1926)
Die Scheinblüte der Inflation führte anschließend zu verschärften Wettbewerbsbedingungen, denen die Wandererwerke begegneten, indem sie 1921 in Siegmar ein neues Werk mit modernster Fertigungs-technologie bauten. Die Fertigung des Modells „Puppchen“ verblieb in Schönau und mutierte zum Typ W 8 mit Retuschen an der Karosserie und Installierung einer elektrischen Ausrüstung. Diese Verjüngungskur belebte den Absatz und sorgte weltweit für zufriedene Kunden. In dem Bestreben nach weiteren Verbesserungen wurde im Oktober 1924 aus dem Zwei- ein Viersitzer, der auch dank des modernen OHV Motors (engl. Overhead valves für obenliegende Ventile) und einem verbesserten Fahrgestell zu sportlichen Ehren kam. Mit modern gestalteten Karosserien und dem Einbau einer Vierradbremse lagen die Wandererwerke Mitte der 20er Jahre im Trend der Zeit. Allerdings bedeutete die Übersiedlung der Automobilfertigung in das neue Werk auch das Ende für die Produktion des W 8. Damit endete eine besondere Erfolgsgeschichte im deutschen Automobilbau und die Abkehr vom Kleinwagen. Foto: Stiegler
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