50 Jahre Trabant
![]() Seit der Gründung der Auto Union am 29. Juni 1932 sind die vier verschlungenen Ringe für die vier Marken Audi, Horch, DKW und Wanderer gebräuchlich. | ![]() ![]() Die "1" stand viele Jahre als Emblem für Audi - der Alpensieger von 1914 als Replik im Automobilmuseum foto: Stiegler
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Am 16. Juli 1909 gründete August Horch sein zweites Automobilunternehmen in Zwickau - 100 Jahre AudiAm Anfang stand ein Rausschmiss und die Not, einen neuen Namen zu findenZWICKAU, im Juli 2009 – Intrigen in den Chefetagen von Automobilunternehmen sind keine Erfindung der Neuzeit: August Horch, der 1904 in Zwickau die Firma August Horch & Cie. Automobilbau AG gegründet hatte, wurde bereits fünf Jahre später auf schäbige Art und Weise vom kaufmännischen Management aus der eigenen Firma ausgebotet. Ein, zwei Misserfolge im Automobilrennsport wurden dem genialen Techniker und weniger peniblen Wirtschaftsmanager angekreidet. Aus Sicht der Kaufleute zu hohe Löhne und großzügige Lagerbestände im Zwickauer Werk bildeten den Ausschlag: Rausschmiss! Mit 20.000 Reichsmark Abfindung stand der kreative Automobilkonstrukteur auf der Straße. Umgehend gründete der Unternehmer Horch mit Hilfe befreundeter Unternehmer eine weitere Automobilfabrik in Zwickau. Das war am 16. Juli 1909 – 100 Jahre Audi. Allerdings: Horch verlor den Prozess um die eigenen Namensrechte, er durfte die neue Firma nicht Horch nennen. Wie der Name Audi entstand, darüber berichtet Horch in seinem Mamoiren „Ich baute Autos“:
Im Wohnzimmer des mit Horch befreundeten Baukeramikproduzenten und Geldgebers Franz Fikentscher in Zwickau wurde endlos nach einem neuen Namen gesucht. Der 10 Jahre alte Sohn, zweiter von links, der Familie Fikentscher, Heinrich, saß im April 1910 mit seinen Lateinaufgaben im Nachbarzimmer und hörte die Namenssuche der ratlosen Männeriege mit an. Der Gymnasiast rutschte auf seinem Stuhl hin und her, bis es endlich aus ihm herausplatzte: „Horch, das heißt auf lateinisch audi!“ Eine Begebenheit, die zur Namensgebung einer der erfolgreichsten Marken der Automobilhistorie führte. Wenn die Stadt Zwickau und das Unternehmen Audi diese Woche in Zwickau die 100jährige Firmengeschichte feiern, liegen 100 Jahre Entwicklung hinter dem Unternehmen. Mal hoch, mal tief im Erfolg des Unternehmens zeigt sich Audi heute, 2009, als eine der erfolgreichsten Premiummarken. 1909 August Horch ging umgehend mit der neuen Firmengründung daran, seine Ziele „ich will beste Autos aus bestem Material bauen“, unter neuem Vorzeichen zu verwirklichen. Audi 22/55 PS Phaeton aus dem Jahr 1913Schon im Jahr 1910 verkaufte „Audi“ die ersten von August Horch neu entwickelten Autos aus der soeben gegründeten Fabrikation. In den Hallen der damaligen Firma Audi befindet sich heute das Automobilmuseum „August Horch“. 1912 trat Audi mit einem Paukenschlag wieder in Europa auf: Bei der Internationalen Österreichischen Alpenfahrt, der damals schwersten Leistungsprüfung für Automobile, gewannen die Audi-Wagen aus Zwickau die Rundfahrt als „Alpensieger“. Die Mannschaft um August Horch stellte auch in den Folgejahren das Siegerauto. In den Höhepunkt, dem Sieg der Alpenrundfahrt im Jahr 1914, platzte die Nachricht vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Krieg und Inflation bedeuteten für alle deutschen Automobilfabriken einen ständigen Kampf ums Überleben. Trotzdem kam es bei Audi zu Innovationen, die heute als Selbstverständlichkeit für das gesamte Automobilwesen hingenommen werden, so stammt aus dem Hause „Audi“ die Linkslenkung. Seit 1923 ist das Lenkrad im Audiautomobil auf der linken Seite zu finden. 1926 entstand der erste Sechszylindermotor, dem man höchste Zuverlässigkeit und Laufruhe bescheinigte. Als in der Weltwirtschaftskrise nach 1928 alle deutschen Automobilfirmen ins Schlingern gerieten, kaufte der Däne Jörgen Skafte Rasmussen die Firma Audi zu seinem unter dem Namen DKW bekannten Unternehmen hinzu. Mit Rasmussen kamen neue Konzepte nach Zwickau: Der in den zwanziger Jahren größte Motorradproduzent Rasmussen, - DKW-Motorräder aus Zschopau -, setzte Anfang der Dreißiger aufs Auto fürs Volk. Frontantrieb, Zweitaktmotor, ein Dach überm Kopf für vier Personen, 1930 entstand in Zwickau bei Audi in der noch zwei Mann starken Entwicklungsabteilung der DKW F1. Eine der erfolgreichsten Kleinwagenserien der Dreißiger Jahre. Auch der später in Zwickau gebaute Trabant hat seine Wurzeln in dieser Serie. Die DKW Frontwagen zählten zu den am meisten verkauften Kleinwagen in Deutschland: Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Viertelmillion Kleinwagen aus Zwickau verkauft. Trotzdem, die Krise zwang die Sächsische Automobilindustrie zu neuen Wegen.
Im Juni 1932 (29.6.1932) wurde aus den Marken Horch, Audi, DKW und Wanderer die Auto-Union gegründet. Als Markenzeichen des Firmenverbundes entstanden die bekannten „Vier ineinander verschlungenen Ringe“, diese zieren noch heute die Audi-Autos aus Ingolstadt . Vom Kleinwagen der DKW-Sparte bis zur Luxusklasse der Horchlimousinen und Cabrios: Die Auto Union war eines der erfolgreichsten deutschen Automobilunternehmen in Deutschland und Europa. Nach dem Zweiten Weltkrieg: Führende Mitarbeiter der Auto Union AG waren inzwischen nach Bayern gegangen, wo sie in Ingolstadt eine neue Heimat fanden. Am 3. September 1949 wurde in Ingolstadt mit der Auto Union GmbH eine neue Gesellschaft gegründet - die Vier Ringe und wesentliches Firmen-know-how blieben erhalten. In alten Kasernengebäuden, die es in der alten Garnisonsstadt Ingolstadt reichlich gab, entstand eine neue PKW- und Motorradproduktion. Wechselnde Eigentümer, neu hinzugekommene Firmen wie NSU: Eines blieb der Firma Audi ganz in der Tradition der Zwickauer Anfänge bis heute erhalten: Vorreiter auf dem Gebiet technischer Innovationen zu sein. Immer ein Mittelpunkt der Audi-Fahrzeuge: Fahrwerkskultur und Fahrsicherheit. Wie in den Dreißigern der Frontantrieb wurde in den Achtzigern der Allradantrieb bei Audi entscheidend vorangetrieben: „Vorsprung durch Technik“ als Werbeslogan geboren in den Achtzigern führt letztendlich die von August Horch begründete Philosophie aus den Anfangsjahren des Automobilbaus in Sachsen fort. Theo Stiegler | ||||